Berufe in der Justiz

Hier erhalten Sie einen Überblick über die verschiedenen Berufe in der Justiz.

 

Richterin/ Richter

Was sind die Aufgaben einer Richterin und eines Richters?

Richter und Richterinnen können in verschiedenen Gerichtsbarkeiten tätig sein. Im Bereich des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz werden die Richterinnen und Richter eingesetzt in der Ordentlichen Gerichtsbarkeit (Amts-, Landgerichte und Oberlandesgericht), der Sozialgerichtsbarkeit (Sozialgerichte und Landessozialgericht Berlin-Brandenburg), der Verwaltungsgerichtsbarkeit (Verwaltungsgerichte und Oberverwaltungsgericht), der Arbeitsgerichtsbarkeit (Arbeitsgerichte und Landesarbeitsgericht) sowie dem Finanzgericht.

Bei den Amts- und Landgerichten sowie dem Oberlandesgericht entscheiden die Richterinnen und Richter in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten wie Zahlungs-, Feststellungs-, Räumungs- und Unterlassungsklagen, ferner in familienrechtlichen Streitigkeiten (z.B. Ehescheidungen) und in Angelegenheiten der so genannten Freiwilligen Gerichtsbarkeit wie Grundbuch- und Nachlassangelegenheiten sowie in Straf- und Bußgeldverfahren. Sozialrichterinnen und Sozialrichter entscheiden über sozialrechtliche Streitigkeiten, beispielweise über Renten- und Krankenversicherungssachen, über Auseinandersetzungen wegen der Höhe des Arbeitslosengeldes und der Sozialhilfe, aber auch über Fragen des Kassenarztrechts. Als Richterin oder Richter an einem Verwaltungsgericht beziehungsweise dem Oberverwaltungsgericht befasst man sich mit Streitigkeiten öffentlich-rechtlicher Art - zum Beispiel über die Zulässigkeit eines Bauvorhabens oder die Rechtmäßigkeit einer Gemeindeordnung. Arbeitsrichterinnen und Arbeitsrichter entscheiden über Streitigkeiten aus dem Arbeitsleben, zum Beispiel zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer über den Bestand des Arbeitsverhältnisses (etwa bei Kündigungen), Zahlungsklagen und Streit über Zeugnisinhalte, aber auch über Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden. Außerdem entscheiden sie im sogenannten Beschlussverfahren über Auseinandersetzungen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber.

Vor dem Finanzgericht werden Steuerrechtsstreitigkeiten - so etwa der Einspruch eines Bürgers gegen einen Steuerbescheid - behandelt.

Hauptmerkmal der Rechtsstellung der Richterinnen und Richter ist die verfassungsrechtlich garantierte sachliche und persönliche Unabhängigkeit.

Wer kann Richterin oder Richterin werden?

Voraussetzung ist zunächst ein absolviertes Studium der Rechtswissenschaften an einer Hochschule oder Universität. Danach folgt die Erste juristische Staatsprüfung vor dem Justizprüfungsamt. Hieran schließt sich ein zweijähriger Vorbereitungsdienst - das so genannte Rechtsreferendariat - an. Das Rechtsreferendariat gliedert sich in verschiedene Abschnitte der vorwiegend praktischen Ausbildung. Die Referendarinnen und Referendare werden in Gerichten, Staatsanwaltschaften und Anwaltskanzleien eingesetzt und erhalten direkt vor Ort einen Eindruck von der praktischen Betätigung der Juristen. Der Vorbereitungsdienst schließt mit der Zweiten juristischen Staatsprüfung ab, durch deren erfolgreiches Bestehen die Befähigung für den richterlichen und den staatsanwaltschaftlichen Dienst erlangt wird.

Weitere Informationen zum Rechtsreferendariat im Land Brandenburg erhalten Sie bei der Referendarabteilung des Brandenburgischen Oberlandesgerichts.

Wie bewirbt man sich als Richterin oder Richter?

Im Geschäftsbereich des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz besteht die Möglichkeit der Einstellung im richterlichen Dienst der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der Verwaltungsgerichtsbarkeit, der Arbeitsgerichtsbarkeit, der Sozialgerichtsbarkeit und der Finanzgerichtsbarkeit.

Die Bewerbungen für die ordentliche Gerichtsbarkeit können beim

Präsidenten des
Brandenburgischen Oberlandesgerichts
Gertrud-Piter-Platz 11
14770 Brandenburg an der Havel

eingereicht werden.

Informationen über das Bewerbungsverfahren sowie Bewerbungsformulare erhalten Sie hier.

Freie Stellen zur Einstellung in die Fachgerichtsbarkeiten werden grundsätzlich im Justizministerialblatt für das Land Brandenburg ausgeschrieben, das am 15. eines jeden Monats erscheint und über die Internetseite des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz eingesehen werden kann. Den Ausschreibungen können die Einstellungsvoraussetzungen sowie die Stelle entnommen werden, an die die Bewerbung gerichtet werden soll.

Unabhängig davon können Initiativbewerbungen für die Fachgerichtsbarkeiten an das

Ministerium der Justiz
und für Europa und Verbraucherschutz 

Referat I.1
Heinrich-Mann-Allee 107
14473 Potsdam

gerichtet werden.

Sofern eine Einstellung durch den entsprechenden Gerichtspräsidenten befürwortet wird, unterbreitet dieser einen entsprechenden Vorschlag an das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz. Befürwortet der Minister diese Einstellung ebenfalls, wird dem Richterwahlausschuss des Landes Brandenburg ein entsprechender Ministervorschlag vorgelegt. Stimmt auch der Richterwahlausschuss dem Vorschlag zu, erfolgt die Ernennung zur Richterin oder zum Richter auf Probe.

 

Staatsanwältin/ Staatsanwalt

Was sind die Aufgaben eines Staatsanwalts und einer Staatsanwältin?

Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind vorwiegend in Strafsachen tätig. Sie leiten strafrechtliche Ermittlungsverfahren, erheben Anklagen und vertreten diese vor dem Gericht. Im Weiteren sind sie auch im Rahmen der Vollstreckung von Strafen tätig. Besteht beispielsweise der Verdacht, dass ein Mensch ermordet worden ist, kann der Staatsanwalt bzw. die Staatsanwältin an der Obduktion der Leiche teilnehmen, wird Zeugen vernehmen, Tatverdächtige verhören und im Falle eines dringenden Tatverdachts deren Verhaftung beantragen. Nach dem Abschluss der Ermittlungen erhebt der Staatsanwalt oder die Staatsanwältin die Anklage, wenn eine bestimmte Person der Tat hinreichend verdächtig ist. In der Verhandlung dieser Strafsache vor dem Gericht wirkt der Staatsanwalt bzw. die Staatsanwältin mit, hält am Ende ein Plädoyer und beantragt eine bestimmte Entscheidung bei dem Gericht. Im Falle der Verurteilung der Täterin oder des Täters zu einer Freiheitsstrafe überwacht der Staatsanwalt bzw. die Staatsanwältin auch die Einleitung und Durchführung der Vollstreckung.

Wer kann Staatsanwalt bzw. Staatsanwältin werden?

Voraussetzung ist zunächst ein absolviertes Studium der Rechtswissenschaften an einer Hochschule oder Universität. Danach folgt die Erste juristische Staatsprüfung vor dem Justizprüfungsamt. Hieran schließt sich ein zweijähriger Vorbereitungsdienst - das so genannte Referendariat - an. Das Referendariat gliedert sich in verschiedene Abschnitte der vorwiegend praktischen Ausbildung. Die Referendarinnen und Referendare werden in Gerichten, Staatsanwaltschaften und Anwaltskanzleien eingesetzt und erhalten direkt vor Ort einen Eindruck von der praktischen Betätigung der Juristen. Der Vorbereitungsdienst schließt mit der Zweiten juristischen Staatsprüfung ab, durch deren erfolgreiches Bestehen die Befähigung für den richterlichen und den staatsanwaltschaftlichen Dienst erlangt wird.

Wie bewirbt man als Staatsanwältin oder Staatsanwalt?

Die Bewerbungen sind direkt an den           

Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg
Steinstraße 61
14776 Brandenburg an der Havel

zu richten.

Informationen zum Ablauf des Bewerbungsverfahrens und Bewerbungsvordrucke finden Sie hier.

Sofern eine Einstellung in den Justizdienst des Landes Brandenburg durch den Generalstaatsanwalt befürwortet wird, unterbreitet dieser einen entsprechenden Vorschlag an das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz. Befürwortet der Minister diese Einstellung ebenfalls, wird dem Richterwahlausschuss des Landes Brandenburg ein entsprechender Ministervorschlag vorgelegt. Stimmt auch der Richterwahlausschuss dem Vorschlag zu, erfolgt die Ernennung zur Staatsanwältin oder zum Staatsanwalt.

Wirtschaftsreferentin/ Wirtschaftsreferent

Was sind die Aufgaben eines Wirtschaftsreferenten und einer Wirtschaftsreferentin bei der Staatsanwaltschaft?

Wirtschaftsreferenten und Wirtschaftsreferentinnen bei der Staatsanwaltschaft sind in Strafsachen tätig. Sie sind bei einer Staatsanwaltschaft des Landes eingesetzt und unterstützen mit ihrem kaufmännischen und betriebs- beziehungsweise volkswirtschaftlichen Fachwissen die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zur Aufdeckung von Wirtschaftsstraftaten. So wirken die Wirtschaftsreferenten und Wirtschaftsreferentinnen bei der Staatsanwaltschaft mit an der Aufklärung von Fällen des Subventions-, Kapitalanlage- und Kreditbetruges. Auch Straftaten aus dem Bereich des unlauteren Wettbewerbs, der Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie Straftaten gegen den Urheberrechts- und Markenschutz fallen in diesen Bereich.

Wer kann Wirtschaftsreferent bzw. Wirtschaftsreferentin bei der Staatsanwaltschaft werden?

Voraussetzung für die Einstellung als Wirtschaftsreferent/ Wirtschaftsreferentin sind

  • ein wirtschaftliches universitäres Hochschulstudium mit Abschluss als Diplom-Kauffrau/-mann oder Diplom-Volkswirt/in bzw. ein entsprechender Masterabschluss,
  • eine dieser Vorbildung entsprechende mehrjährige Tätigkeit in der Wirtschaftsprüfung oder Innenrevision,
  • umfassende Kenntnisse und Erfahrungen im betrieblichen Rechnungswesen (Buchhaltung und Bilanzen),
  • starke Belastbarkeit und überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft,
  • Interesse und Fähigkeit zum konzeptionellen Arbeiten,
  • Kooperationsfähigkeit sowie
  • gute PC-Kenntnisse.

Wie wird man Wirtschaftsreferent bzw. Wirtschaftsreferentin bei der Staatsanwaltschaft?

Einstellungsbehörde für Wirtschaftsreferenten ist das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz. Freie und besetzbare Stellen für Wirtschaftsreferentinnen und -referenten werden in Tageszeitungen und im Amtsblatt sowie im Justizministerialblatt für das Land Brandenburg ausgeschrieben. Bewerbungen sind unter Vorlage der üblichen Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Lichtbild, Nachweis des Abschlusses des Hochschulstudiums, Arbeitszeugnisse) bei der in der Ausschreibung bezeichneten Stelle einzureichen.

Im Ergebnis des durchgeführten Auswahlverfahrens erhält die oder die ausgewählte Bewerberin oder Bewerber zunächst einen Arbeitsvertrag auf der Grundlage der Vorschriften des TV-L unter Eingruppierung in die Entgeltgruppe 13. Die Probezeit dauert sechs Monate. Nach Ablauf eines Jahres im Angestelltenverhältnis wird auf Wunsch des oder der Bediensteten eine Verbeamtung in der Laufbahn der besonderen Fachrichtung "Strafrechtlicher Ermittlungsdienst in Wirtschaftsstrafsachen" geprüft.

Notarin/Notar

Was sind die Aufgaben einer Notarin/eines Notars?

Notarinnen und Notare sind als ein Teil des Systems der vorsorgenden Rechtspflege unabhängige Trägerinnen und Träger eines öffentlichen Amtes und beurkunden in den vom Gesetz vorgeschriebenen oder von den Beteiligten ausdrücklich gewünschten Fällen rechtsgeschäftliche Erklärungen. Hierbei wahren die Notarinnen und Notare eine unparteiische und neutrale Position und vor allem Verschwiegenheit gegenüber allen Unbeteiligten. Sie sind nicht Interessenvertreter eines oder mehrerer Beteiligten gegen andere.

Die Notarinnen und Notare

  • beurkunden, das heißt, sie gestalten und formulieren die Verträge oder einseitigen Erklärungen der Beteiligten, belehren über rechtliche Tragweite und Risiken der Rechtsgeschäfte und verlesen diese Urkunden im Beisein aller Beteiligten,
  • beglaubigen, das heißt, sie bestätigen kraft ihres Amtes die Identität der Kopie eines Schriftstückes mit der ihnen vorgelegten Originalschrift (Abschriftbeglaubigung) oder bestätigen die Echtheit einer vor ihnen geleisteten und anerkannten Unterschrift (Unterschriftsbeglaubigung),
  • beraten Rechtsuchende vor allem in den Gebieten des Grundstücks-, Erb-, Familien- und Gesellschaftsrechts,
  • betreuen Mandanten bei der Durchführung der abgeschlossenen Rechtsgeschäfte, das heißt, sie übernehmen auf Antrag den Vollzug der Geschäfte, stellen die erforderlichen Anträge bei Behörden und Registern, holen Erklärungen von Banken und Einrichtungen ein, damit die von den Beteiligten angestrebten Rechtswirkungen auch eintreten.

Das Ziel, aber auch die Grenze notarieller Tätigkeit ist die Gestaltung von Rechtsbeziehungen ohne Streitigkeiten. Sind solche nicht zu vermeiden oder zu überwinden, müssen sich die Beteiligten an einen Rechtsanwalt bzw. eine Rechtsanwältin oder an das Gericht wenden.

Wer kann Notar/in werden?

Die Bewerberinnen und Bewerber für das Amt eines Notars/einer Notarin müssen deutsche Staatsangehörige sein. Sie müssen weiterhin die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz erlangt haben.

Nach § 7 Abs. 1 der Bundesnotarordnung (BNotO) soll zur hauptberuflichen Amtsausübung als Notar/in in der Regel nur bestellt werden, wer einen dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessor/in geleistet hat und sich im Anwärterdienst der Notarkammer des Landes befindet, in dem er sich um die Bestellung bewirbt.

Wie bewirbt man sich um Einstellung in den notariellen Anwärterdienst?

In den Anwärterdienst als Notarassessor/in werden nur so viele Bewerberinnen und Bewerber übernommen, wie später voraussichtlich als Notarinnen und Notare bestellt werden können. Die Einstellungen erfolgen in der Regel zweimal jährlich im zeitlichen Zusammenhang mit der jeweiligen Zweiten Juristischen Staatsprüfung.

Der Einstellungsbedarf soll grundsätzlich aus den jeweiligen Zweiten Juristischen Staatsprüfungen gedeckt werden; ausnahmsweise kann auch ein/e Bewerberin aus einer früheren Zweiten Juristischen Staatsprüfung berücksichtigt werden, wenn an seiner/ihrer Gewinnung ein besonderes Interesse besteht und die Prüfung nicht länger als drei Jahre zurückliegt.

Die Zahl der einzustellenden Assessorinnen und Assessoren und der Zeitpunkt, bis zu dem die Bewerbungen einzureichen sind, werden im Justizministerialblatt des Landes Brandenburg veröffentlicht. Die Bewerbungen sind an die Landesjustizverwaltung zu richten.

Die Notarassessorin/Der Notarassessor steht in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis zum Land Brandenburg und gleichzeitig zur Notarkammer Brandenburg und zur Ländernotarkasse in Leipzig. Der Notarkammer Brandenburg obliegt die Ausbildung der Notarassessorinnen und -assessoren, die durch Zuweisung an Ausbildungsnotarinnen und -notare erfolgt. Sobald die Notarassessorinnen und -assessoren einen entsprechenden Ausbildungsstand erreicht haben, werden sie zur Wahrnehmung von Notarvertretungen und -verwaltungen herangezogen.

Wie wird man Notar/in?

Gemäß § 4 BNotO werden so viele Notarinnen und Notare bestellt, wie es den Erfordernissen einer geordneten Rechtspflege entspricht. Dabei sind insbesondere das Bedürfnis nach einer angemessenen Versorgung der Rechtsuchenden mit notariellen Leistungen und die Wahrung einer geordneten Altersstruktur des Notarberufs zu berücksichtigen. Daher wird den Notarinnen und Notaren auch ein bestimmter Amtssitz zugewiesen, an dem sie ihre Geschäftsstelle einrichten müssen.

Über die Errichtung, Wiederbesetzung bzw. Einziehung einer Notarstelle entscheidet die Landesjustizverwaltung im pflichtgemäßen Ermessen.

Ist eine Notarstelle zu besetzen, wird sie im Justizministerialblatt des Landes Brandenburg ausgeschrieben. Die Bewerbungsunterlagen sind innerhalb eines Monats bei der Landesjustizverwaltung einzureichen. Die Notarassessorinnen und -assessoren, die einen mindestens dreijährigen Anwärterdienst absolviert haben, können sich auf die ausgeschriebene Notarstelle bewerben.


Rechtspflegerin/ Rechtspfleger

Hier finden Sie Erfahrungsberichte von einer Anwärterin.

Was ist eine Rechtspflegerin/ein Rechtspfleger?

Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sind Beamte des gehobenen Justizdienstes und treffen als selbständiges Organ der Rechtspflege in eigener Verantwortung gerichtliche Entscheidungen. Sie sind in der Sache unabhängig und nicht an Weisungen gebunden, sondern nur dem Gesetz unterworfen. So können weder der Dienstvorgesetzte, noch die Justizverwaltung, die Regierung oder andere Stellen den Rechtspfleger zu einer bestimmten Entscheidung zwingen. Insoweit entfällt auch die beamtenrechtliche Gehorsamspflicht. Stellung und Aufgaben sowie die sachliche Unabhängigkeit sind bundeseinheitlich im Rechtspflegergesetz vom 05.11.1969/ 30.07.2009 verankert und unterscheiden den Beruf von den Beamten des gehobenen Dienstes aller übrigen Verwaltungszweige.

Aufgrund dieser dem Richteramt ähnlichen Stellung wird der Rechtspfleger auch als “die zweite Säule der dritten Gewalt” bezeichnet.

Die Tätigkeit des Rechtspflegers mit dem Ziel, den Rechtsfrieden zu erhalten und zu sichern, erfordert unparteiische Rechtsanwendung, soziale Einstellung, Verständnis für wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge sowie Entschlussfreudigkeit.

Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sind bei allen Gerichten und Staatsanwaltschaften eingesetzt. Der Schwerpunkt der Aufgaben des Rechtspflegerdienstes liegt bei den Amtsgerichten.

  • Dazu gehört das rechtlich schwierige und vielfältige Gebiet des Grundbuchrechts, in dem z.B. über Anträge auf Eintragung von Eigentum, Eintragung und Löschung von Hypotheken, Grundschulden, Erbbau- und Wohnrechten, Nießbrauchs- und Wegerechten sowie Wohnungs- und Teileigentum entschieden wird.
  • Im Registergericht sind sie für alle Eintragungen im Handelsregister Abt. A und Veränderungen in Abt. B und für alle Eintragungen in den sonstigen öffentlichen Registern (z.B. Genossenschafts- und Vereinsregister) verantwortlich.
  • In Nachlasssachen leiten sie z. B. Termine zur Eröffnung von Testamenten und erteilen Erbscheine bei gesetzlicher Erbfolge.
  • Weite Gebiete des Betreuungs- und Vormundschaftsrechts sind auf den Rechtspfleger übertragen, so z.B. die Erteilung vormundschaftsgerichtlicher Genehmigungen und die Verpflichtung des Vormunds oder Pflegers einschließlich deren Überwachung.
  • Nach Eröffnung eines Insolvenzverfahrens führen in der Regel Rechtspfleger das gesamte Verfahren weiter durch. Sie leiten die Gläubigerversammlung und überwachen die Tätigkeit des Insolvenzverwalters.
  • Die Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung von Grundstücken gehören zu den schwierigsten Geschäften und verlangen umfassende Kenntnisse des Vollstreckungs- und Grundbuchrechts. Im Zuge dieser Verfahren leiten Rechtspfleger Gerichtstermine in eigener Verantwortung.
  • Sie führen nach einem abgeschlossenen Zivilverfahren die Kostenfestsetzung durch.
  • Im gerichtlichen Mahnverfahren entscheiden sie u. a. über Anträge auf Erlass von Mahn- und Vollstreckungsbescheiden, während sie in Zwangsvollstreckungsverfahren über beantragte Pfändungen von Arbeitslöhnen, Gehältern, Hypotheken, Gesellschaftsanteilen und Sparguthaben zu entscheiden haben.
  • In Strafverfahren überwachen sie die Vollstreckung rechtskräftig verhängter Strafen. Sie ziehen Geldstrafen ein, laden bei Freiheitsstrafen zum Strafantritt und überwachen den fristgerechten Vollzug der festgesetzten Strafzeit. Gegen säumige Verurteilte können sie auch (Vollstreckungs-)Haftbefehle erlassen.
  • In der Justizverwaltung unterstützen Sie als Geschäftsleiter den Gerichtspräsidenten oder Gerichtsdirektor oder leiten als Sachgebietsleiter oder Gruppenleiter Verwaltungssachgebiete oder Abteilungen. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs des gesamten Geschäftsbetriebs sind ihnen auch Führungsaufgaben übertragen. Zu deren Wahrnehmung sind sie sachlich wie personell weisungsbefugt.
  • Rechtspfleger sind außerdem als Revisoren und Prüfungsbeamte der Gerichtsvollzieher eingesetzt.

Mit diesen Beispielen sind keineswegs alle Sachgebiete genannt, bei denen Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger mit wichtigen und weitreichenden Entscheidungen betraut sind. Schon diese Aufzählung vermittelt jedoch ein anschauliches Bild von der Vielseitigkeit des Berufs.

Wie werde ich Rechtspflegerin/Rechtspfleger?

Zur Rechtspflegerausbildung können gemäß § 3 der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung der Rechtspfleger des Landes Brandenburg vom 3. Februar 1994 Bewerberinnen und Bewerber zugelassen werden, welche die Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder einen entsprechenden als gleichwertig anerkannten Bildungsstand besitzen und im Zeitpunkt der Einstellung höchstens 32 Jahre, bei Bewerberinnen und Bewerbern mit Schwerbehinderung höchstens 40 Jahre alt sind. Bewerberinnen und Bewerber müssen die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen.

Bewerbungsgesuche sind unter Beifügung eines Lebenslaufs in tabellarischer Form, eines Lichtbildes, von Ablichtungen des letzten Schulzeugnisses oder – falls bereits vorhanden – des Zeugnisses über die Hochschulreife bzw. die Fachhochschulreife zu richten an den

Präsidenten des
Brandenburgischen Oberlandesgerichts
- Dezernat 2 –
Gertrud-Piter-Platz 11
14770 Brandenburg an der Havel.

Einstellungen erfolgen zum 1. Oktober eines jeden Jahres. Einsendeschluss für Bewerbungen ist immer der 31. Oktober des Vorjahres. Unterlagen über Bewerberinnen/Bewerber, die nicht in Personalakten einmünden, werden 2 Monate aufbewahrt und anschließend nach § 29 Abs. 3 Brandenburgisches Datenschutzgesetz (BbgDSG) vernichtet i. V. mit der Verordnung über die Aufbewahrung von Schriftgut der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der Staatsanwaltschaften und der Justizvollzugsbehörden (AufbewahrungsV) vernichtet, soweit der Bewerbung kein ausreichend frankierter Umschlag zur Rücksendung der Unterlagen beiliegt.

Über die Gesuche wird unter Beteiligung der Personalvertretung und der Schwerbehindertenvertretung sowie der Gleichstellungsbeauftragten entschieden. Die ausgewählten Bewerberinnen und Bewerber werden unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf zu Rechtspflegeranwärterinnen bzw. Rechtspflegeranwärtern ernannt.

Vom Beginn der Ausbildung an werden Anwärterbezüge in Höhe von derzeit 1.188,07 € (Stand zum 1. Juli 2016) brutto gezahlt. Alle Anwärterinnen und Anwärter erhalten grundsätzlich einen jährlichen Erholungsurlaub von 27 Arbeitstagen.

Die Rechtspflegerausbildung besteht aus einem insgesamt 20-monatigen Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin sowie einer fachpraktischen Ausbildung von 16 Monaten Dauer an den Gerichten und Staatsanwaltschaften des Landes Brandenburg.

Ziel des dualen Studien- und Ausbildungsganges ist es, in fachtheoretischen Studienzeiten und fachpraktischen Ausbildungszeiten auf wissenschaftlicher Grundlage Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger heranzubilden, die nach ihrer Persönlichkeit und ihren allgemeinen fachlichen Kenntnissen befähigt sind, die Anforderungen zu bewältigen, die mit der Erfüllung der Aufgaben nach dem Rechtspflegergesetz und zur Ausübung von Tätigkeiten des gehobenen Dienstes in der Justizverwaltung erforderlich sind.

An die Ausbildung schließt sich das staatliche Prüfungsverfahren an, das aus einem schriftlichen Teil und einer mündlichen Prüfung besteht. Im schriftlichen Examen sind insgesamt 8 Klausuren mit Prüfungsaufgaben aus allen Rechtsgebieten, auf die sich die Rechtspflegerausbildung bezieht, anzufertigen. Das mündliche Examen wird vor einer Prüfungskommission, die bei der Präsidentin des Kammergerichts Berlin berufen wird, abgelegt.

Nach der Anfertigung und Anerkennung einer Diplom-Arbeit verleiht die Hochschule für Wirtschaft und Recht den akademischen Grad Diplom-Rechtspflegerin / Diplom-Rechtspfleger.

Und danach?

Anwärterinnen und Anwärter, die die Rechtspflegerprüfung bestanden haben, können, sofern die haushaltsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen und die Stellensituation es zulässt, unter Verleihung der Eigenschaft eines Beamten auf Probe zur Justizinspektorin bzw. zum Justizinspektor ernannt werden.

Ein Rechtsanspruch auf Übernahme in den Landesdienst Brandenburg nach bestandenem Rechtspflegerexamen besteht nicht.

Nach der Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Probe erfolgt ein Einsatz in den geschilderten Rechts- und Arbeitsgebieten bei einem der 28 Amts- oder Landgerichte oder einer der 4 Staatsanwaltschaften des Landes Brandenburg. Der konkrete Einsatz ist abhängig von der jeweiligen Personalsituation und dem jeweiligen Personalbedarf zum Zeitpunkt der Übernahme.

Ein Anspruch auf Einsatz bei einem bestimmten Gericht bzw. Staatsanwaltschaft besteht nicht.

Von den Beamtinnen und Beamten wird erwartet, dass sie ihren Wohnsitz auch an ihrem Dienstsitz - oder zumindest in dessen Einzugsbereich – nehmen.

Nach Ableisten des Probedienstes von regelmäßig drei Jahren erfolgt bei entsprechender Bewährung die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit. Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger können danach bei entsprechendem Leistungsniveau bis zur Justizoberamtsrätin bzw. zum Justizoberamtsrat (Besoldungsgruppe A 13) befördert werden.

Die Besoldung richtet sich nach den Besoldungsvorschriften des Landes Brandenburg. Als Justizinspektorin / Justizinspektor (Eingangsamt) erhalten Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger Dienstbezüge nach der Besoldungsgruppe A 9. Einschließlich einer Stellenzulage sind dies gegenwärtig 2.495,00 € (Stand zum 1. Juli 2016) brutto als Anfangsgehalt.

Letzte Aktualisierung: 05.06.2018


Amtsanwältin/ Amtsanwalt

Was sind die Aufgaben eines Amtsanwalts und einer Amtsanwältin?

Amtsanwälte und Amtsanwältinnen sind im Wesentlichen wie Staatsanwälte und Staatsanwältinnen in Strafsachen tätig. Sie leiten strafrechtliche Ermittlungsverfahren in Fällen geringerer Kriminalität, zum Beispiel bei kleineren Diebstählen, Straßenverkehrsdelikten oder illegalem Zigarettenhandel. In diesen Fällen erheben die Amtsanwälte und Amtsanwältinnen auch die Anklage vor den Amtsgerichten und vertreten diese vor dem Gericht. Sie haben im Prozess vor den Amtsgerichten im Wesentlichen die selbe Rechtsstellung wie Staatsanwälte und Staatsanwältinnen. Insbesondere halten auch sie am Ende der Verhandlung ein Plädoyer und beantragen eine bestimmte Entscheidung bei dem Gericht.

Wer kann Amtsanwalt bzw. Amtsanwältin werden?

Zum Amtsanwaltsdienst kann zugelassen werden, wer die Prüfung für den gehobenen Justizdienst (Rechtspflegerlaufbahn) bestanden hat, nach seiner Persönlichkeit und seinen bisherigen Leistungen für den Amtsanwaltsdienst besonders geeignet ist und grundsätzlich das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Für Schwerbehinderte liegt die Höchstaltersgrenze hingegen bei 40 Jahren.

Wie wird man Amtsanwalt bzw. Amtsanwältin?

Die Einführungszeit für den Amtsanwaltsdienst dauert 15 Monate. Sie gliedert sich in fachtheoretische und berufspraktische Ausbildungszeiten. Die fachtheoretische Ausbildung wird im Land Brandenburg und über einen Zeitraum von vier Monaten in der Justizausbildungsstätte Bad Münstereifel (Nordrhein-Westfalen) durchgeführt. Die berufliche Praxis wird direkt bei einer Staatsanwaltschaft des Landes Brandenburg erlernt. Schließlich endet die Ausbildung mit einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

Wie bewirbt man sich um eine Stelle als Amtsanwalt bzw. Amtsanwältin?

Die Bewerbung ist an den

Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg Steinstraße 61 14776 Brandenburg an der Havel

zu richten. Aus Anlass dieser Bewerbung beurteilt dann die Leiterin/der Leiter der bisherigen Dienststelle die Eignung, Befähigung und fachliche Leistung der Bewerberin/des Bewerbers. Im Ergebnis eines Auswahlverfahrens mit Eignungstest wird die Bewerberin/der Bewerber bei vorhandener Eignung zur Einführungszeit zugelassen.

Sozialarbeiterin/ Sozialarbeiter

Was sind die Aufgaben eines Sozialarbeiters/einer Sozialarbeiterin bei den Sozialen Diensten der Justiz?

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei den Sozialen Diensten der Justiz im Land Brandenburg sind als Gerichts- und Bewährungshelfer/innen sowie als Vermittler/innen im Täter-Opfer-Ausgleich tätig.

Ein/e Bewährungshelfer/in betreut meist über mehrere Jahre straffällige jugendliche, heranwachsende und erwachsene Menschen, die vom Gericht eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheits- bzw. Restfreiheitsstrafe erhalten haben. Im Rahmen einer beruflichen, vertrauensvollen Beziehung versucht er/sie seinen/ihren Probandinnen und Probanden zu einem straffreien Leben zu verhelfen. Dem Gericht hat er/sie in regelmäßigen Abständen über die Lebensführung des Probandin bzw. des Probanden zu berichten. Dabei ist auch mitzuteilen, ob die Probandin/der Proband die erteilten Weisungen und Auflagen erfüllt hat.

Die Vermittlerin/der Vermittler im Täter-Opfer-Ausgleich bietet Geschädigten und Beschuldigten die Möglichkeit, den Konflikt, der zur Straftat geführt hat oder der durch sie entstanden ist, in einem gemeinsamen Gespräch, das sie/er als ausgebildeter Mediator/in moderiert, zu erörtern und zu regeln. Voraussetzung hierfür ist die Bereitschaft der/des Geschädigten und der/des Beschuldigten, einen Ausgleich herbeizuführen. Das Ergebnis des Täter-Opfer-Ausgleichs ist häufig eine Vereinbarung über die Zahlung eines Schmerzensgeldes, eines Schadenersatzes oder die Erbringung einer Arbeitsleistung. Die Wiedergutmachung kann sich aber auch auf eine mündliche oder schriftliche Entschuldigung beschränken. Nach erfolgreich durchgeführtem Täter-Opfer-Ausgleich stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren in der Regel ein.

Als Gerichtshelfer/in ist der Mitarbeiter/die Mitarbeiterin der Sozialen Dienste in der Hauptsache damit befasst, bei Verurteilten, die ihre Geldstrafe nicht bezahlt haben, die Möglichkeit von Ratenzahlungen oder der Leistung unentgeltlicher und gemeinnütziger Arbeit zu prüfen, damit die drohende Ersatzfreiheitsstrafe nicht vollstreckt werden muss. Gegebenenfalls vermittelt er/sie den Verurteilten in geeignete Einrichtungen und überwacht die Ableistung der versprochenen Ratenzahlung oder gemeinnützigen Arbeit.

Im Bereich der Haftvermeidungshilfe prüft der oder die Gerichtshelfer/in, ob Umstände vorliegen, die eine Vermeidung, Aufhebung oder Verkürzung der Untersuchungshaft rechtfertigen. Über das Ergebnis dieser Prüfung berichtet er/sie der Staatsanwaltschaft bzw. dem Gericht.

Im Ermittlungsverfahren erarbeitet er/sie - je nach Auftrag der Staatsanwaltschaft - einen Bericht, der Auskunft über die Entwicklung, die wirtschaftlichen, sozialen und familiären Verhältnisse der/des Beschuldigten gibt. Die Ergebnisse seiner/ihrer Nachforschungen können für die später vom Gericht verhängte Sanktion von Bedeutung sein.

Sozialarbeit im Justizvollzug ist eine Form der professionellen Hilfe, die darauf abzielt, dem/der Inhaftierten während seiner/ihrer Inhaftierung psychosoziale Beratung und Begleitung zu bieten. Ziel ist, dass der/die Inhaftierte seinen/ihrer Alltag vom Tag der Entlassung an selbständig und in sozialer Verantwortung gestalten kann.

Sozialarbeit im Justizvollzug umfasst folgende Schwerpunkte:

  • Führung des Zugangsgesprächs
  • Erstellung einer Sozialanamnese
  • Stellungnahmen zur Vollzugsplanung und Vollzugsplanfortschreibung
  • Stellungnahmen zur vorzeitigen Entlassung
  • Schuldnerberatung
  • Suchtberatung
  • Gespräche mit dem/der Inhaftierten über seine/ihre Straftat/Straffälligkeit, seine/ihre Persönlichkeitsdefizite und seine/ihre sozialen Kompetenzen
  • Angehörigenkontakte
  • Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Institutionen
  • Entlassungsvorbereitung

Wer kann Sozialarbeiter/in bei den Sozialen Diensten der Justiz im Land Brandenburg werden?

Voraussetzung ist entweder erfolgreich absolviertes Studium an einer Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik und die staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter/in bzw. Sozialpädagoge/Sozialpädagogin oder der erfolgreiche Abschluss der Fachrichtung Soziale Arbeit Bachelor of Arts (B.A.) mit staatlicher Anerkennung.

Wie bewirbt man sich als Sozialarbeiter/in bei den Sozialen Diensten der Justiz im Land Brandenburg?

Die Bewerbung mit den entsprechenden Bewerbungsunterlagen (vor allem Lebenslauf, Abschlusszeugnisse, staatliche Anerkennung als Sozialarbeiter/Sozialpädagoge und Beurteilungen über bisherige Tätigkeiten im Bereich der Sozialarbeit) ist zu richten:

An den Präsidenten des Brandenburgischen Oberlandesgerichts Gertrut-Piter-Platz 11
14767 Brandenburg an der Havel.

Die Bewerbung als Sozialarbeiter/in im Justizvollzug ist direkt an eine der fünf brandenburgischen Justizvollzugsanstalten zu richten.

                        

Gerichtsvollzieherin/ Gerichtsvollzieher

Gerichtsvollzieher/innen sind Justizbeamt/e/innen, die mit Zustellungen, Ladungen und Vollstreckungen betraut sind. 

Tätigkeitsprofil 

Die Durchsetzung von vollstreckbaren Titeln, wie gerichtlichen Entscheidungen oder notariellen Urkunden, obliegt in der Bundesrepublik Deutschland ausschließlich staatlichen Organen. Im Bereich der Zwangsvollstreckung wird diese Aufgabe von Gerichtsvollzieher/n/ innen wahrgenommen. Im Wesentlichen erfolgt durch sie die Pfändung und Verwertung von beweglichen Sachen der Schuldner/innen. Die Verwertung gepfändeter Gegenstände kann durch öffentliche Versteigerung vor Ort oder im Internet über das Portal „Justiz-Auktion“ erfolgen. 

Gerichtsvollzieher/innen sind für die Abnahme der Vermögensauskunft (früher: Abgabe der eidesstattlichen Versicherung oder Offenbarungseid) zuständig. Sie treffen die Entscheidung, ob der/die Schuldner/in in das öffentlich geführte Schuldnerverzeichnis einzutragen ist. Außerdem können sie im Auftrag des/der Gläubiger/s/in Ermittlungen über Schuldner/innen durch Anfragen beim Kraftfahrtbundesamt, dem Bundeszentralamt für Steuern und den Trägern der gesetzlichen Rentenversicherung etc. vornehmen. Kommen Schuldner/innen ihrer Pflicht zur Abgabe der Vermögensauskunft nicht nach, können Gerichtsvollzieher/innen auf der Grundlage eines richterlichen Haftbefehls die Verhaftung und Einlieferung des/der Schuldner/s/in in die dafür zuständige Justizvollzugsanstalt vornehmen. 

Darüber hinaus stellen Gerichtsvollzieher/innen gerichtliche oder außergerichtliche Schriftstücke förmlich zu. Sie nehmen die Räumung von Wohn- oder Geschäftsräumen vor, vollziehen einstweilige Verfügungen sowie gerichtliche Anordnungen in Familiensachen und nehmen Wechsel- und Scheckproteste auf. 

Berufsumfeld 

Wichtiger Bestandteil des Gerichtsvollzieheramtes ist der Außendienst, da die Schuldner/ innen zur Durchführung der Vollstreckung in ihren Privat- oder Geschäftsräumen aufgesucht werden. Gerichtsvollzieher/innen regeln ihren Geschäftsbetrieb grundsätzlich selbst. Bei der Organisation dieses Geschäftsbetriebs sind sie frei. Sie sind allerdings verpflichtet, auf eigene Kosten Geschäftsräume zu unterhalten und Büroangestellte zu beschäftigen. Für die Unterhaltung des Geschäftsbetriebs wird ihnen ein Anteil an den Gebühren überlassen, die nach Bundesrecht (GVKostG) für jeden Auftrag zu erheben sind. 

Ausbildung 

Gerichtsvollzieher/innen sind Beamt/e/innen des mittleren Justizdienstes, die eine zusätzliche Ausbildung von 20 Monaten durchlaufen und eine Gerichtsvollzieherprüfung abgelegt haben. Die Ausbildung, die am 1. Juli eines Jahres beginnt, unterteilt sich gegenwärtig in fünf Ausbildungsabschnitte, darunter drei fachtheoretische Lehrgänge von zwei, vier und drei Monaten Dauer sowie zwei fachpraktische Ausbildungsabschnitte von sechs und fünf Monaten Dauer. Der fachtheoretische Lehrgang wird in Kooperation mit mehreren anderen Bundesländern im Ausbildungszentrum der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen – Nebenstelle Monschau, die fachpraktische Ausbildung bei den Gerichtsvollzieher/n/innen im Land Brandenburg absolviert. Während der Ausbildung wird die bisherige Besoldung weitergezahlt. 

Bewerber/innen, die noch nicht Beamt/e/innen und nicht im Landesdienst beschäftigt sind, erhalten einen Arbeitsvertrag zum Zwecke der Ausbildung. Sie nehmen vor dem Beginn der eigentlichen Ausbildung ab dem 1. Januar eines jeden Jahres an einem Einführungslehrgang von sechs Monaten Dauer teil, so dass die Gesamtausbildungszeit 26 Monate beträgt. Während der Ausbildung erhalten sie ein außertarifliches monatliches Bruttoentgelt, das der Höhe nach dem Bruttogehalt der Entgeltgruppe 5, Stufe 2 TV-L, entspricht. 

Sobald Ausbildungsplätze für den Gerichtsvollzieherdienst ausgeschrieben werden, finden sie nähere Informationen dazu, sowie zu den zu erfüllenden Einstellungsvoraussetzungen, auf der Internetpräsenz des Brandenburgischen Oberlandesgerichts 

http://www.olg.brandenburg.de/cms/detail.php/bb2.c.436518.de 

unter dem Navigationspunkt
„Ausbildung und Beruf > Stellenausschreibungen“. 

Prüfung 

Im Anschluss an den dritten fachtheoretischen Lehrgang am Ende der Ausbildung muss die/der Auszubildende durch eine Prüfung nachweisen, ob sie/er nach Fähigkeiten, Kenntnissen, Leistungen und Persönlichkeit für den Gerichtsvollzieherdienst geeignet ist. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

Justizfachangestellte/ Justizfachangestellter

Hier finden Sie den Steckbrief einer Justizfachangestellten.

Seit 1998 werden in Brandenburg Justizfachangestellte ausgebildet, deren Arbeitsfelder weitgehend denen der Beamtinnen und Beamten des mittleren Justizdienstes entsprechen.

 

Welche Aufgaben hat die/der Justizfachangestellte?  

Sie nehmen büroorganisatorische, verwaltende und rechtsanwendende Aufgaben wahr und sind überwiegend in Serviceeinheiten, d. h. in enger Zusammenarbeit mit Richterinnen und Richtern sowie Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern, in den Fachgebieten Strafprozess, Zivilprozess, Zwangsvollstreckung, Insolvenzen, Ehe- und Familiensachen, Grundbuch, Nachlass, Register, Vormundschaft und Betreuungen bzw. in verwaltungs- oder sozialgerichtlichen Verfahren tätig.

Justizfachangestellte sind darüber hinaus auch Ansprechpartner/innen für Rat suchende Bürgerinnen und Bürger und berücksichtigen deren besondere Situation und Interessen.

Zu ihren Aufgaben, die sie mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechniken durchführen, gehören u. a. folgende Tätigkeiten:

  • Bearbeitung von Posteingängen und -ausgängen,
  • Berechnen, Vermerken und Überwachen von Fristen,
  • Erteilen von Auskünften,
  • Anordnung von Zustellungen und Ladungen,
  • Fertigung von Schriftstücken,
  • Aufnahme von Anträgen, Rechtsmitteln, Rechtsbehelfen und Erklärungen,
  • Verwaltung der gerichtlichen Zahlstelle und
  • Protokollführung bei Gerichtsverhandlungen.

Der Zuständigkeitsbereich der Justizfachangestellten in der Serviceeinheit umfasst daneben auch Tätigkeiten, die weitreichende eigene Entscheidungen und eine selbstständige Sach-bearbeitung erfordern, wie z. B. die

  • Erteilung von vollstreckbaren Ausfertigungen von Urteilen und gerichtlichen Vergleichen,
  • Berechnung und Festsetzung der Vergütung für Zeugen und Sachverständige,
  • Berechnung von Reisekosten sowie
  • Berechnung von Gerichtskosten.

Diese Aufzählung der Aufgaben ist nicht vollständig. Sie macht aber deutlich, dass die Jus-tizfachangestellten eine wichtige Kontaktstelle zwischen Bürger und Justiz darstellen. Von ihrem Geschick hängt es in vielen Fällen ab, ob die Justiz ihre Aufgaben erfüllen kann und die Bevölkerung, wenn sie mit der Justiz zu tun hat, in ihren berechtigten Erwartungen nicht enttäuscht wird.

 

Der Beruf erfordert deshalb neben vielseitigen Fachkenntnissen auch Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft, Sorgfalt und ein gutes Einfühlungsvermögen.

Wie werde ich Justizfachangestellte/Justizfachangestellter?

a) Ausbildung

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und beginnt am 1. September eines jeden Jahres.

Die Ausbildung findet im dualen System, das heißt an der Berufsschule und an den Ausbildungsgerichten, statt.

Ausbildungsgerichte:

  • Amtsgericht Brandenburg an der Havel
  • Amtsgericht Cottbus
  • Amtsgericht Fürstenwalde/Spree
  • Amtsgericht Neuruppin

Während der dreijährigen Ausbildung durchlaufen die Auszubildenden sämtliche Abteilungen des Amtsgerichts sowie einige Abschnitte bei der Staatsanwaltschaft und dem Landgericht. Neben der fachspezifischen Ausbildung am Arbeitsplatz werden im Verlauf der Ausbildung auch die Kenntnisse in der Datenverarbeitung vertieft und die Schreibfertigkeiten geschult.

Die Auszubildenden nehmen an dem praxisbegleitenden Unterricht der Justizverwaltung teil und besuchen regelmäßig die Berufsschule im Oberstufenzentrum „Alfred Flakowski“ in Brandenburg an der Havel.

In jedem Ausbildungsgericht stehen Ausbilder oder Ausbilderinnen als Ansprechpartner zur Verfügung, die den Ablauf der dreijährigen Ausbildung koordinieren.

b) Prüfungen

Nach spätestens 18 Monaten findet eine schriftliche Zwischenprüfung statt, die Auskunft darüber geben soll, ob der zum Zeitpunkt der Zwischenprüfung vorgesehene Ausbildungsstand erreicht ist.

Gegen Ende der Ausbildung ist die Abschlussprüfung abzulegen. 

Ein Anspruch auf Übernahme nach bestandener Prüfung besteht nicht.

Welche Einsatzmöglichkeiten bestehen nach Beendigung der Ausbildung?

Nach erfolgreicher Prüfung können die Auszubildenden als Justizfachangestellte eingestellt und in den Serviceeinheiten der Gerichte und Staatsanwaltschaften eingesetzt werden. Die Vergütung richtet sich nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) und ist im Wesentlichen von der auszuübenden Tätigkeit (Eingruppierung) abhängig.

Welche Ausbildungsvergütung erhalte ich?

Während der Ausbildung erhalten die Auszubildenden entsprechend dem Tarifvertrag für Auszubildende der Länder in Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz (TVA-L BBiG) in der zurzeit gültigen Fassung

  • ein Ausbildungsentgelt (Stand 1. Mai 2018)

- im 1. Ausbildungsjahr in Höhe von 936,82 EUR,

- im 2. Ausbildungsjahr in Höhe von 990,96 EUR und

- im 3. Ausbildungsjahr in Höhe von 1.040,61 EUR,

  • monatlich vermögenswirksame Leistungen im Sinne des Vermögensbildungsgesetzes in Höhe von zurzeit 6,65 EUR,
  • eine Jahressonderzahlung.

Welche Einstellungsvoraussetzungen bestehen?

Gute Deutsch- und Mathematikkenntnisse, ein mittlerer Schulabschluss sowie Interesse am Beruf sind die wichtigsten Voraussetzungen. Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifi-kation (Schulbildung) und Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Wie bewerbe ich mich?

Die Bewerbung für den 1. September des jeweiligen Einstellungsjahres kann in der Zeit von September bis zum 31. Dezember des Vorjahres per Post an den

Präsidenten des
Brandenburgischen Oberlandesgerichts
Dezernat 10.2
Gertrud-Piter-Platz 11
14770 Brandenburg an der Havel

oder per E-Mail an Dezernat10@olg.brandenburg.de gerichtet werden.

Weitere Informationen zu den notwendigen Bewerbungsunterlagen erhalten Sie hier.

Bedienstete/ Bediensteter im allgemeinen Justizvollzugsdienst

Ein zeitgemäßer Justizvollzug soll die Gefangenen sicher unterbringen und sie befähigen, nach ihrer Entlassung aus der Haft ein Leben ohne Straftaten zu führen. Hier tragen die Beamtinnen und Beamten des allgemeinen Vollzugsdienstes eine große Verantwortung.

Ihre Tätigkeit im Justizvollzug erstreckt sich auf Sicherungs-, Behandlungs-, Betreuungs-, Ordnungs– und Versorgungsaufgaben. Dabei sind die Gefangenen insbesondere bei der Arbeit, bei der Ausübung von Sport und während der Freizeit zu betreuen, zu beaufsichtigen und soweit erforderlich anzuleiten. Sie sind Ansprechperson für die Gefangenen, sowohl in Fragen des Vollzuges als auch in persönlichen Angelegenheiten.

Sie sorgen für den ordnungsgemäßen Tagesablauf. Durch die ständige Anwesenheit üben Sie einen starken Einfluss auf die Gefangenen aus und bestimmen maßgeblich die Atmosphäre in der Anstalt. Dieser ständige Dienst am Menschen erfordert naturgemäß einen Schichtbetrieb (Frühdienst, Spätdienst, Nachtdienst, Wochenend- und Feiertagsdienst).

Beamtinnen und Beamte im allgemeinen Vollzugsdienst tragen durch ihre Tätigkeit einen großen Teil dazu bei, dass die Gefangenen resozialisiert und in unserer Gesellschaft wieder eingegliedert werden. Der Kontakt mit Gefangenen birgt naturgemäß auch Konfliktpotential. Deshalb verlangt der Beruf vollen Einsatz und die Fähigkeit, sich immer wieder neuen Situationen und Schwierigkeiten zu stellen.

Wir suchen daher sozial engagierte Kolleginnen und Kollegen, die Talent im Umgang mit anderen Menschen haben, in fachübergreifenden Teams arbeiten möchten, gern Verantwortung übernehmen und Lust haben, in einem sozial vielfältigen Umfeld tätig zu sein.

Wie werde ich Bedienstete oder Bediensteter des allgemeinen Vollzugsdienstes?

Ihre Einstellung in den allgemeinen Vollzugsdienst erfolgt in der Regel zunächst in einem bis zu einem Jahr befristeten Beschäftigungsverhältnis als Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer, wobei feste Einstellungstermine nicht vorgegeben sind.

Im Rahmen dieser befristeten Beschäftigung geben wir Ihnen Gelegenheit, „Ihre“ Justizvollzugsanstalt kennenzulernen. Diese Beschäftigung ermöglicht es Ihnen, Ihren Berufswunsch vor Ort zu überprüfen.

Die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Widerruf und der Beginn der zweijährigen Laufbahnausbildung erfolgen dann in Abhängigkeit von der Anzahl zugewiesener Ausbildungsplätze und der Anzahl vorhandener Tarifbeschäftigter zum 1. März oder 1. September  eines der kommenden Jahre.

Während der Ausbildung werden Sie auf Ihre künftigen Aufgaben intensiv in Theorie und Praxis vorbereitet.

Die theoretische Ausbildung findet in der Bildungsstätte des Justizvollzuges in Brandenburg an der Havel statt. Hier werden Ihnen neben notwendigen Gesetzeskenntnissen auch Grundlagen der Psychologie, Kriminologie und Pädagogik vermittelt. Ein weiterer, wesentlicher Bestandteil der Ausbildung ist die Vermittlung von Deeskalationstechniken sowie Eingriffs- und Sicherungstechniken zur Gefahrenabwehr.

Die praktische Ausbildung erfolgt in verschiedenen Justizvollzugsanstalten durch erfahrene und geschulte Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter und soll Sie mit allen Bereichen des Justizvollzuges bekannt machen.

Während Ihrer Ausbildung legen wir insbesondere Augenmerk darauf, dass Sie Handlungskompetenzen für Ihre spätere Tätigkeit erlangen: den Umgang mit Gefangenen.

Einstellungsvoraussetzungen

Zum Vorbereitungsdienst kann zugelassen werden, wer

  • die gesetzlichen Voraussetzungen für die Berufung in das Beamtenverhältnis erfüllt,
  • am Tag der Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf mindestens 21 Jahre und höchstens 35 Jahre* alt ist,
  • die Fachoberschulreife (Realschulabschluss) besitzt oder die Berufsbildungsreife (Hauptschulabschluss) und entweder eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung oder Ausbildung in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis nachweisen kann oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsstand besitzt,
  • in körperlicher, gesundheitlicher, charakterlicher und geistiger Hinsicht für den allgemeinen Vollzugsdienst geeignet ist und
  • im Besitz einer Fahrerlaubnis der Klasse B ist.

* Die Höchstaltersgrenze gilt nicht für Inhaber/innen eines Eingliederungs- oder Zulassungsscheins gemäß § 9 des Soldatenversorgungsgesetzes und in den Fällen des § 7 Abs. 6 des Soldatenversorgungsgesetzes

Die besondere körperliche, gesundheitliche und charakterliche Eignung muss in einem Eignungsfeststellungsverfahren sowie durch ein amtsärztliches Gutachten nachgewiesen werden. Für die Feststellung der gesundheitlichen Eignung (in Anlehnung an die Polizeidiensttauglichkeit) gilt:

  • eine Sehschwäche von mehr als 2,5 Dioptrien
  • Störungen des Gehör-, Gleichgewichts- oder Geruchssinns

schließen die gesundheitliche Eignung in der Regel bereits aus.

Bewerbungs- und Eignungsfeststellungsverfahren

Ihre Bewerbung richten sie bitte an die Justizvollzugseinrichtung, bei der die Einstellung gewünscht wird und fügen dieser folgende Unterlagen bei:

  • tabellarischer Lebenslauf,
  • Kopie des Schulabschlusszeugnisses,
  • ggf. den Nachweis eines Berufsbildungsabschlusses sowie
  • ggf. Arbeitszeugnisse in Kopie.

Wenn die formalen Einstellungsvoraussetzungen erfüllt sind, werden Sie eine Einladung zur Teilnahme am Eignungsfeststellungsverfahren erhalten.

Im ersten Teil dieses Verfahrens, das zentral für alle Justizvollzugsanstalten bei der Bildungsstätte für den Justizvollzug bei der Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel durchgeführt wird, werden  zunächst körperliche Fitness, Merk– und Konzentrationsfähigkeit, Rechtschreibung, Allgemeinbildung und logisches Denken geprüft.

An diesem Tag sind ein Fitnesstest, ein Deutschtest und Psychologische Tests zu absolvieren.

Bewerberinnen und Bewerber, die erfolgreich alle Bausteine dieses Verfahrens durchlaufen haben, werden zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch, das auch Aufschluss über Ihre persönlichen Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit, Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen geben soll, in die jeweilige Justizvollzugsanstalt eingeladen.

Wenn auch diese Hürde genommen ist, werden Sie um Vorlage einer Erklärung, ob eine gerichtliche Vorstrafe vorliegt oder ob ein gerichtliches Strafverfahren oder ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft anhängig ist sowie einer Erklärung, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse geordnet sind, gebeten werden.

Es erfolgt dann auch die Einholung einer unbeschränkten Auskunft aus dem Bundeszentralregister.

Danach erfolgt die Entscheidung über eine Einstellung.

Besoldung und Beförderungsmöglichkeiten

Ihre Einstellung in den allgemeinen Vollzugsdienst  erfolgt in der Regel in ein Beschäftigungsverhältnis mit Vergütung nach Entgeltgruppe 4 TV-L.

Während Ihrer Ausbildung erhalten Sie als Justizvollzugsobersekretäranwärterin/Justizvollzugsobersekretäranwärter Anwärterbezüge.

Die Vergütung der Anwärterinnen und Anwärter während des Vorbereitungsdienstes beträgt ab 1. März 2018:

Anwärtergrundbetrag:                        1.205,53 Euro
Anwärtersonderzuschlag:                    602,77 Euro
Zulage bei Justizvollzugsanstalten:       95,53 Euro.

Neben dem Anwärtergrundbetrag, einem Anwärtersonderzuschlag und Zulagen erhalten die Anwärterinnen und Anwärter – soweit die Voraussetzungen vorliegen – einen Familienzuschlag (jeweils 153,48 Euro für das erste und zweite Kind, für jedes weitere zur berücksichtigende Kind 351,02 Euro). Außerdem werden vermögenswirksame Leistungen gewährt.

Für weitere Informationen steht Ihnen auch die Internetseite der Zentralen Bezügestelle des Landes Brandenburg mit Bezügerechner eines externen Anbieters zur Verfügung.

Ihre Ausbildung endet mit dem Ablegen der Laufbahnprüfung. Damit endet auch das Beamtenverhältnis auf Widerruf.

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ist bei persönlicher Eignung eine Einstellung als Justizvollzugsobersekretärin/Justizvollzugsobersekretär (Besoldungsgruppe A 7)* im Beamtenverhältnis auf Probe vorgesehen.

Nachdem Sie sich im Anschluss an den Vorbereitungsdienst drei Jahre als Beamter auf Probe bewährt haben, erfolgt die Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.

In der Laufbahn des allgemeinen Vollzugsdienstes gibt es derzeit noch 3 Besoldungsgruppen*:

Justizvollzugsobersekretärin/Justizvollzugsobersekretär
Besoldungsgruppe A 7

Justizvollzugshauptsekretärin/Justizvollzugshauptsekretär
Besoldungsgruppe A 8

Justizvollzugsamtsinspektorin/Justizvollzugsamtsinspektor
Besoldungsgruppe A 9.

Für besonders herausgehobene Tätigkeiten besteht darüber hinaus die Möglichkeit, zur Justizamtsinspektorin bzw. zum Justizamtsinspektor mit Amtszulage ernannt zu werden.


*Eine noch in Vorbereitung befindliche Gesetzesänderung sieht ab 1. Januar 2019 als Eingangsamt für den allgemeinen Vollzugsdienst die Besoldungsgruppe A 8 vor.

 

Wo kann ich mich informieren?

Für weitere Fragen stehen Ihnen in den Justizvollzugsanstalten die Abteilungen für Personal und Service gern zur Verfügung:

Justizvollzugsanstalt Brandenburg an der Havel
Frau Koppe  Tel. 03381/761 9202

Justizvollzugsanstalt Cottbus-Dissenchen
Frau Pirsch Tel. 0355/4888 212

Justizvollzugsanstalt Luckau-Duben
Frau Brödner Tel. 035456/673 210

Justizvollzugsanstalt Neuruppin-Wulkow
Frau Ebeling  Tel. 03391/700 104

Justizvollzugsanstalt Wriezen
Herr Elischer Tel. 033456/154 117

Justizwachtmeisterin/ Justizwachtmeister

 Welche Aufgaben hat die Justizwachtmeisterin und der Justizwachtmeister?  

Das Tätigkeitsfeld beinhaltet drei Aufgabengebiete:

  • den Sitzungs-, Vorführ-, Sicherheits- und Ordnungsdienst,
  • den Außendienst sowie
  • den Innendienst.

Der Sitzungs-, Vorführ-, Sicherheits- und Ordnungsdienst umfasst die Vorführung von Gefangenen zu Terminen und Sitzungen sowie die zwangsweise Vorführung anderer Personen. Außerdem übernimmt der/die Justizwachtmeister/in die Bewachung von vorgeführten, in Haft genommenen oder auf besondere Anordnung zu beaufsichtigenden Personen innerhalb der Justizgebäude. Schließlich sorgt er/sie für die Aufrechterhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicherheit in den Gebäuden der Gerichte und Staatsanwaltschaften.

Zum Außendienst gehören die Aushändigung und Zustellung von Schriftstücken, die Einziehung von Erkundigungen, die mündliche Übermittlung dienstlicher Mitteilungen, die Erledigung von Dienstgängen sowie das Abholen und Weiterbefördern von Geldern, Wertsachen und Postsendungen.

Der Innendienst umfasst insbesondere die Besorgung des gesamten Post- und Aktenverkehrs, den Auskunftsdienst an den Eingängen der Dienstgebäude, den Fernsprechvermittlungsdienst, die Herstellung von Vervielfältigungen sowie die Besorgung von Hausdienstgeschäften. 

Wie werde ich Justizwachtmeisterin oder Justizwachtmeister?

Voraussetzung für die Einstellung sind die Berufsbildungsreife, der erfolgreiche Besuch einer Hauptschule oder ein als gleichwertig anerkannter Bildungsweg. Darüber hinaus müssen die Bewerber/innen über einen anerkannten Berufsabschluss in einem handwerklichen Beruf verfügen. Die Einstellung selbst erfolgt als Tarifbeschäftigte/r, wobei sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag der Länder richtet. 

Kann ich als Justizwachtmeisterin oder Justizwachtmeister verbeamtet werden?

Eine Verbeamtung ist grundsätzlich möglich, wenn die persönlichen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen. Darüber hinaus muss eine Ausbildung von sechs Monaten (Vorbereitungsdienst) absolviert werden. Der Vorbereitungsdienst besteht aus einem vierwöchigen fachtheoretischen Lehrgang in der Justizakademie des Landes Brandenburg in Königs Wusterhausen und aus jeweils einmonatigen Praktika bei einer Justizvollzugsanstalt, einer Staatsanwaltschaft sowie bei Land- und Amtsgerichten. 

Wie bewerbe ich mich?

Da zunächst die Einstellung als Justizbeschäftigte/r erfolgt, wird das Einstellungsverfahren durch den Gerichtsvorstand des Gerichts, bei dem die Einstellung beabsichtigt ist, durchgeführt. Der Bewerbung ist ein kurzes Bewerbungsschreiben, ein handschriftlicher Lebenslauf, ein Lichtbild, eine Ablichtung des Schulabgangszeugnisses und ein Nachweis der Berufsqualifikation beizufügen. Die Bewerbungen können auch per E-Mail übersandt werden.