Rechtspflegerin/Rechtspfleger

Schulische Laufbahn abgeschlossen und nun? Nicht rechthaberisch, aber rechtschaffend. Dann sind die nächsten Informationen für eine gute berufliche Wahl unabdingbar. 

Und dies erfahren Sie von einer Anwärterin, die diese Entscheidung getroffen hat. 

Einfach Steckbrief durchgehen..


Was mache ich in dem Beruf?

Der Beruf ist unheimlich vielseitig. Man kann in vielen verschiedenen Bereichen, wie zum Beispiel im Nachlass, Handelsregister, Grundbuchamt und der Zivilprozessabteilung arbeiten, um nur einige Bereiche zu nennen. Natürlich kann man auch beim Betreuungs- und Vormundschaftsgericht, Familien-, Insolvenz- und Vollstreckungsgericht wie auch in der Strafvollstreckung arbeiten.

Grob umrissen bearbeitet man, je nach Einsatzbereich, vornehmlich Gerichtsakten, entscheidet über Anträge, nimmt Registereintragungen vor, führt Zwangsversteigerungen durch, berechnet Haftstrafen, setzt Kosten in jeglichen Bereichen fest und führt gegebenenfalls Sprechstunden in denen man direkten Kontakt zum Bürger hat.

Wie würde ich den Beruf mit meinen Worten beschreiben?

Man ist quasi “ein kleiner Richter“. 

Man arbeitet eigenständig und ist in seinen Entscheidungen frei. Natürlich müssen diese basierend auf dem Gesetz getroffen und begründet werden. Man darf es sich aber nicht so vorstellen, dass man selbst Gerichtsverhandlungen führt. Meist entscheidet man sich an Hand der Akte und der darin befindlichen Schriftsätze. Man hört vor den Entscheidungen die jeweils Beteiligten an. Das passiert meist schriftlich. In manchen Bereichen sind jedoch auch persönliche Anhörungen vorgesehen. Dann wird ein Termin bestimmt und man bestellt denjenigen, den man anhören möchte, entweder zu sich ins Büro oder man nimmt die Anhörung bei der Person vor Ort vor, wenn diese aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht in der Lage ist, selbst zum Gericht zu kommen.

Warum empfehle ich dieses Studium?

Den Beruf bzw. das Rechtspflegestudium kann ich nur weiterempfehlen. Vor allem, dass das Studium dual gestaltet ist, gefällt mir persönlich sehr gut. Dadurch wird einem schließlich nicht nur theoretisches Fachwissen vermittelt, sondern man weiß auch gleich, was später nach dem Studium auf einen zukommt und wie die tatsächliche Arbeit aussehen wird. Das macht das Ganze griffiger und spornt auch während des Studiums mehr an. Man weiß auf welches Ziel man konkret hinarbeitet. Das macht es einem auch leichter, die doch auch anstrengenden Klausurphasen zu überstehen und sich selbst zu motivieren das Lernen nicht schleifen zu lassen. Ein weiterer Pluspunkt ist natürlich auch, dass man bereits während des Studiums Geld verdient und dadurch finanziell unabhängig ist. Das nimmt auch Druck, da man sich komplett auf das Studium konzentrieren kann und nicht darüber nachdenken muss, ob man sich das Studieren überhaupt leisten kann.

Was ist mir wichtig in diesem Beruf?

Mir ist wichtig, selbstständig zu arbeiten und meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Auch gefällt es mir immer wieder durch die Lösung verschiedener rechtlicher Probleme gefordert zu werden. Dadurch wird der Beruf nie langweilig. Auch hier bekommt man zwar mit der Zeit gewisse Routine, doch ist immer auch ein Fall dabei, den man so noch nie hatte und dessen Lösung man sich erarbeiten muss. Schön ist dabei vor allem auch, dass die Kollegen immer ein offenes Ohr haben und man die eigenen Gedanken zu rechtlichen Fragen mit ihnen diskutieren kann.

Die Arbeit ist zudem abwechslungsreich, aufgrund der vielen verschiedenen Lebenssachverhalte und auch der Menschen, mit denen man zu tun hat. Schließlich ist keine Akte wie die andere. Sollte man mal nicht mehr in einem bestimmten Bereich arbeiten wollen, kann man auch das Arbeitsfeld wechseln und sich für einen anderen Bereich intern bewerben. Der Beruf ist zudem sehr familienfreundlich. Man kann seine Arbeitszeit recht flexibel gestalten und zum Teil auch von zu Hause aus arbeiten. Und sollte man mal die Arbeitszeit zum Beispiel aufgrund der familiären Situation verkürzen müssen oder wollen, ist das möglich.

Welche Qualifikationen brauche ich für diesen Beruf?

Man benötigt die Hochschulreife, also ein Abitur, oder die Fachhochschulreife oder einen anderen gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Man darf zur Zeit der Einstellung nicht älter als 32 Jahre sein, muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und sollte am besten viel Interesse für das juristische Arbeiten mitbringen. Außerdem sollte man Spaß am Umgang mit Menschen haben. Als Rechtspfleger/in empfangen Sie Bürger/innen und dienen in erster Linie auch als Rechtsberater für diese.