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Afrika ist mehr als ein Absatzmarkt für EU-Produkte

Europastaatssekretärin mahnt faire Handelsbeziehungen zu Afrika an  

Potsdam Die EU und ihre Mitgliedstaaten sind mit Abstand die größten Geldgeber im Bereich der Entwicklungshilfe und doch ordnen sich diese Aktivitäten mit Blick auf die zunehmende Konkurrenz im globalen Wettbewerb allzu oft nur den Handelsinteressen der EU unter“, sagte Europastaatssekretärin Anne Quart am Freitag beim 7. Wirtschaftsforum zum Panafrikanischen Frauentag. Dies sei im Europäischen Jahr für Entwicklung nicht nur peinlich, es sei angesichts der aktuellen Flüchtlingsbewegungen schlicht kurzsichtig, so Quart weiter: Afrika ist mehr als ein lukrativer Absatzmarkt für EU-Überschussprodukte. Das beweist zum Beispiel auch das Engagement afrikanischer Unternehmerinnen in Deutschland.

Die Staatssekretärin begrüßte es ausdrücklich, dass das Afrika Wirtschaftsforum am Freitag mit einer Veranstaltung in Potsdam Alternativen aufzeigte. Grundlage einer gesunden Entwicklung müssten faire und offene Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und den Ländern Afrikas sein.

Afrika ist der am stärksten von Armut betroffene Kontinent.“ sagte Quart in ihrem Grußwort. „Doch neben permanent von Krisen betroffenen Regionen beherbergt Afrika neue Zentren wirtschaftlichen Aufschwungs. Wirtschaftliches Engagement europäischer Firmen in Afrika kann auch zu einer positiven Entwicklung vor Ort führen, wenn sie denn mit Entwicklungszusammenarbeit verzahnt ist.“ so Quart. Ziel müssten tragfähige und nachhaltige Zukunftspartnerschaften seien, von denen alle Akteure auf beiden Seiten einen effektiven Nutzen ziehen können.

Sie verwies auf den bei den EU-Afrika-Gipfeln in Kairo (2000) und Lissabon (2006) verabredeten Dialog zwischen der EU und allen Ländern Afrikas. „Vereinbart wurde damals eine strategische Partnerschaft zur Bekämpfung der extremen Armut durch Handel. Diese Partnerschaft sollte auch dem Ausbau von Demokratie und Menschenrechten, der Förderung einer aktiven Friedenspolitik und der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährungssicherheit dienen. Die Ergebnisse dieses Dialoges sind eher mau. Eine echte Partnerschaft zwischen der EU und den afrikanischen Staaten setzt vor allem ein Umdenken bei den europäischen Partnern voraus. Afrikanische Länder dürfen nicht länger als bloße Rohstofflieferanten und Absatzmarkt für die EU fungieren. Es gilt, die EU-Handelsbeziehungen so zu gestalten, dass die afrikanischen Ökonomien durch die Ansiedlung verarbeitender Industrien einen höheren Mehrwert erwirtschaften können. Nahrungsmittelsicherheit, Eigenversorgung, Ausbau des Gesundheitsbereichs und der Bildungseinrichtungen sowie die Förderung und Unterstützung von Frauen müssen absolute Prioritäten in der Entwicklungszusammenarbeit sein."                                                      

Maria Strauß
Pressesprecherin