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Resozialisierung: Neue Mittel zur Integration von Häftlingen

Erstmalig Förderung von Maßnahmen zur Qualifizierung von Gefangenen aus dem Justizhaushalt – Ab heute Bewerbung um Fördermittel möglich

Potsdam – Erstmalig werden 2016 für berufliche Qualifizierungsmaßnahmen im Brandenburger Justizvollzug mehr als 1,4 Millionen Euro an Haushaltsmitteln der Justiz bereitgestellt. Justizminister Helmuth Markov sagte zum Start des Interessenbekundungsverfahrens: „Mit unserer Förderung setzen wir die konsequente Ausrichtung des Strafvollzugs auf eine nachhaltige Resozialisierung fort. Straffällige und von Inhaftierung bedrohte Menschen sind leider überdurchschnittlich häufig schlecht gebildet, beruflich gering qualifiziert und verfügen oft nur über rudimentäre Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt. Hinzu kommen gesellschaftliche Stigmatisierung und viele Vorurteile. Das führt dann zu Arbeitslosigkeit und erschwert die gesellschaftliche Integration von Haftentlassenen. Außerdem steigt das Rückfallrisiko nachweisbar an. All das wollen wir durch ein gutes Angebot an leistungsdifferenzierten Maßnahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung verhindern. Aus diesem Grund ist es ein bedeutender Schritt, die Finanzierung auf eine solide und verlässliche Grundlage gestellt zu haben.“

Angesichts von Fachkräfteengpässen im Land Brandenburg hätten qualifizierte Inhaftierte nach der Haftentlassung gute Chancen, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden und sich dadurch auch persönlich zu stabilisieren. Selbst Inhaftierte, die nur Teilqualifikationen erwerben, könnten dadurch ihre Arbeitsmarktchancen verbessern, so Markov weiter. Neben den landeseigenen Haushaltsmitteln, stehen etwa 660.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds zur Verfügung.

 

Hintergrund

Das „Wettbewerbsverfahren für berufliche Qualifizierungsangebote im Brandenburger Justizvollzug“ der Brandenburger Justiz beginnt am 21. Oktober 2015. Zwei weitere Wettbewerbsverfahren für berufliche Qualifizierungsangebote in den Justizvollzugsanstalten werden folgen, da am 31. März 2016 die bisherige Förderung ausläuft.

Die Informationen zum Interessensbekundungsverfahren für Maßnahmen der Erstausbildung und Berufsvorbereitung, welches gemeinschaftlich mit der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt und mit der Veröffentlichung von zwei Förderrichtlinien fortgesetzt wird, finden sich hier. Dort können sich interessierte Anbieter über die für die jeweils unterschiedlichen Fördertatbestände erstellten Förderrichtlinien informieren.

 

Alexander Kitterer

Stv. Pressesprecher