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Justizstaatssekretär Dr. Pienkny dankt Psychosozialen Prozessbegleiter/innen

Am heutigen Tag hat der Justizstaatssekretär Dr. Ronald Pienkny  die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung des Landespräventionsrates zum Thema Psychosoziale Prozessbegleitung begrüßt. 

In seinem Grußwort sagte er: „Ich bin dankbar für alle, die sich der besonderen Herausforderung stellen und als Psychosoziale Prozessbegleiter/innen im Land tätig sind bzw. es werden wollen. Es handelt sich hierbei um eine wichtige neue Aufgabe des Opferschutzes. Ich möchte an dieser Stelle auch andere ermutigen, diesen Schritt zu gehen. Weiterer Bedarf ist vorhanden und wir werden von uns aus alles tun, um das Bewusstsein für die Bedeutung dieser neuen Möglichkeit zur weiteren Verbesserung des Opferschutzes zu stärken. Ich weiß, dass hier noch einiges zu tun ist und wir uns erst am Anfang eines Prozesses befinden, der dazu beitragen soll, den Opfern einen Teil ihrer Angst zu nehmen und die Aussagequalität in einem Strafverfahren zu erhöhen, um letztlich die Täter zur Verantwortung ziehen zu können. Dieser heutige fachliche Austausch ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.“

In Brandenburg sind gegenwärtig 10 Prozessbegleiter/innen zugelassen. In 20 Fällen ist im Jahr 2017 im Land eine Prozessbegleitung bewilligt worden. Bei den Opfern handelte es sich in 15 Fällen um Kinder und Jugendliche und in 5 Fällen um erwachsene Opfer.

Psychosoziale Prozessbegleitung bedeutet eine spezielle Form der Betreuung im Strafverfahren für besonders schutzbedürftige Verletzte vor, während und nach der Hauptverhandlung. Seit 1. Januar 2017 haben Kinder und Jugendliche sowie besonders schutzbedürftige Erwachsene, die Opfer von schweren Gewalt- und Sexualstraftaten geworden sind, einen Rechtsanspruch auf eine kostenfreie psychosoziale Prozessbegleitung. Das entsprechende Bundesgesetz wird in Brandenburg durch Ausführungsvorschriften ergänzt, die zeitgleich in Kraft getreten sind.

Für die Unterstützung der schwer traumatisierten Opfer ist ein ausgeprägtes Maß an professioneller Hilfestellung erforderlich, die ein hohes und differenziertes Anforderungsprofil an die Aus- und Weiterbildung sowie Zulassung von Psychosozialen Prozessbegleitern stellt. Daher darf nur tätig werden, wer durch die beim Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz eingerichtete  Anerkennungs- und Zertifizierungsstelle als psychosoziale Prozessbegleiterin bzw. psychosozialer Prozessbegleiter anerkannt worden ist. Die Anerkennung setzt eine besondere fachliche, persönliche und interdisziplinäre Qualifikation voraus.

Die fachlichen Voraussetzungen sind mit einem Hochschulabschluss oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Bereich Sozialpädagogik, Soziale Arbeit, Pädagogik oder Psychologie nachzuweisen. Darüber hinaus ist neben berufspraktischen Erfahrungen auch eine vom Land anerkannte Aus- oder Weiterbildung zum psychosozialen Prozessbegleiter erforderlich.

Dr. Uwe Krink

Pressesprecher