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Pressemitteilung des Bundesamtes für Strahlenschutz: BfS misst Radioaktivität im Raum Oranienburg

Übung soll auch Erkenntnisse zur Beseitigung radioaktiver Altlasten bringen

Experten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) und der Bundespolizei (BPol) trainieren im Raum Oranienburg die Messung von Radioaktivität vom Hubschrauber aus. Die gemeinsame Übung zielt darauf ab, dass Hubschrauber und Besatzungen in einem radiologischen Notfall jederzeit einsatzbereit sind und soll gleichzeitig Erkenntnisse dazu bringen, ob im Stadtgebiet Oranienburgs noch immer radioaktive Rückstände aus industriellen Betrieben aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs nachzuweisen sind. Die Übung findet am 29. November zwischen 10:00 Uhr und 16:00 Uhr statt und die Flughöhe wird in der Regel etwa 90 Meter betragen.

Zur Radioaktivitätsmessung aus der Luft arbeiten BfS und BPoL beziehungsweise ihre Vorgängerbehörden bereits seit Ende der 1980er Jahre zusammen: Das BfS stellt das wissenschaftlich-technische Personal und die Messtechnik, die Bundespolizei die Hubschrauber und deren Besatzung zur Verfügung. Zusammen mit den Messdaten werden auch die geographischen Koordinaten aufgezeichnet, um nach Abschluss der Messflüge die räumliche Verteilung der nachgewiesenen radioaktiven Stoffe darstellen zu können.

Aus der Luft lässt sich schnell und großflächig ermitteln, welche radioaktiven Stoffe am Boden abgelagert wurden. In Oranienburg waren zwei Betriebe angesiedelt, in denen natürlich vorkommende radioaktive Materialien zu Produktions- und Forschungszwecken verarbeitet wurden. Durch die großflächige Bombardierungen des Stadtgebiets von Oranienburg im März 1945 und die Zerstörung der Produktionsanlagen gelangten Rückstände davon in die Umwelt, die seit den 1990er Jahren Schritt für Schritt beseitigt werden. Regelmäßige Messübungen von BfS und BPol ergaben, dass die meisten Flächen mit erhöhter Radioaktivität bereits saniert wurden und die Gamma-Ortsdosisleitung nur noch leicht erhöht ist.

Gemeinsame Messübungen dienen in der Regel dem Ziel, die Einsatzbereitschaft in einem radiologischen Notfall sicherzustellen. Dabei geht es darum herauszufinden, welche Gebiete bei einem nuklearen Notfall besonders betroffen sind und welche Strahlenbelastung für die Bevölkerung sich daraus ableitet. Außerdem ermöglichen hubschraubergestützte Messsysteme das Auffinden von radioaktiven Einzelquellen.

Die ermittelten Messdaten bilden die Grundlage, damit die Katastrophenschutzbehörden der Bundesländer zeitnah über die richtigen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung entscheiden können. Innerhalb von fünf Stunden kann jeder Ort in Deutschland mit einem einsatzfähigen Hubschrauber erreicht werden.

Bundesamt für Strahlenschutz:

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des Strahlenschutzes. Die über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerten Strahlenrisiken, überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de.

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