Amtliche Futtermittelüberwachung im Jahr 2014

Das Ziel der amtlichen Futtermittelüberwachung ist die Sicherstellung der Einhaltung der Vorschriften des Futtermittelrechts durch die Futtermittelunternehmer und damit die Gewährleistung eines hohen Niveaus des Verbraucherschutzes.

Besonderes Augenmerk liegt auf den Kontrollen zur Vermeidung des Eintrages unerwünschter Stoffe in die Nahrungskette durch Futtermittel. Damit leistet die amtliche Futtermittelüberwachung einen wichtigen Beitrag zur Futtermittelsicherheit.

Des Weiteren ist aber auch die bedarfsgerechte Versorgung der Tiere von hoher Bedeutung. Eine Gefährdung des Naturhaushaltes durch Eintrag von unerwünschten Stoffen aus der tierischen Produktion soll weitgehend verhindert werden.

Grundlage für die amtliche Futtermittelüberwachung des Berichtsjahres war das auf kritische Bereiche der Futtermittelkette ausgerichtete "Kontrollprogramm Futtermittel für die Jahre 2012 - 2016". Dieses Kontrollprogramm ist zugleich ein wesentlicher Bestandteil des mehrjährigen nationalen Kontrollplans (MNKP) zur Durchführung der Bestimmungen gemäß Artikel 41 der Verordnung (EG) Nr. 882/2004 über amtliche Kontrollen zur Überprüfung der Einhaltung des Lebensmittel- und Futtermittelrechtes sowie der Bestimmungen über Tiergesundheit und Tierschutz.

Die Häufigkeit und die Art der planmäßigen Kontrollen sowie die Anzahl der zu untersuchenden Proben und die Analyseparameter richten sich nach dem o.g. bundeseinheitlichen Kontrollprogramm. Darüber hinaus werden in Brandenburg jedes Jahr anlassbezogene, landesspezifische Kontrollschwerpunkte vorgegeben. Das waren im Jahr 2014 die Kontrolle der Dioxinbelastung von Grünfutter, Trockengrün sowie Fetten und Fettsäuren, die schwerpunktmäßige Kontrolle bei Mischfutterherstellern bezüglich der Einhaltung der Vorschriften der Geflügelsalmonellenverordnung, die Prüfung von Einzelfuttermitteln auf das Vorhandensein von GVO zur Realisierung von Kennzeichnungsfragestellungen nach den VO (EG) 1829/2003 und VO (EG) 1830/2003 sowie Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittelwirkstoffe im Hinblick auf Glyphosat.

Wie häufig ein Futtermittelunternehmer kontrolliert wird, richtet sich nach dem Prüfergebnis der Kontrolle, nach der für alle Prüfer in Brandenburg einheitlich anzuwendenden Risikoanalyse sowie nach aktuellen Anlässen, im Jahr 2014 gab es keine derartigen Anlässe.

Im Berichtsjahr waren in Brandenburg 7862 Unternehmen, darunter 6746 Primärproduzenten, von der amtlichen Kontrolle erfasst. Insgesamt wurden bei diesen Betrieben 2080 Inspektionen vorgenommen. Von den Futtermittelkontrolleuren des Landes wurden insgesamt 874 Proben gezogen, 5963 Einzelparameter dieser Proben wurden untersucht.

Aus gegebenem Anlass wurden bei den Futtermittelkategorien Getreide, Ölsaaten, Hülsenfrüchte zusätzlich zu den im Kontrollprogramm Futtermittel vorgesehenen Untersuchungen auf Pflanzenschutzmittelwirkstoffe 24 Proben gezogen und auf Rückstände von Glyphosat beauftragt. Es wurden keine Überschreitungen der Höchstgehalte festgestellt.

Aus Tabelle 2 sind die untersuchten Untersuchungsparameter nach Gruppen und die Abweichungen von den Vorschriften ersichtlich.

Im Ergebnis der Kontrollen wurden 127 Hinweise gegeben, 12 Verwarnungen mit Verwarngeld ausgesprochen und 94 Maßnahmen nach Artikel 54 VO (EG) 882/2004 oder § 39 LFGB ergriffen. Weiterhin wurden 12 Bußgeldverfahren eingeleitet und 9 Bußgeldverfahren abgeschlossen, 80 Verfahren an andere Bundesländer und ein Verfahren an andere Mitgliedstaaten abgegeben. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.

1. Registrierte Futtermittelunternehmen in Brandenburg

  registriert (VO (EG) Nr. 183/2005 oder FMV) davon: zugelassen (VO (EG) Nr. 183/2005 oder FMV) sonstige 1
Primärproduzenten 5988   761
Herstellerbetriebe von Einzelfuttermitteln 112 5  
davon Trocknungsbetriebe 3 3  
davon Hersteller von Fetten und Ölen und deren Erzeugnisse nach VO (EU) Nr. 225/2012 2 2
Herstellerbetriebe von Zusatzstoffen      
Herstellerbetriebe von Vormischungen 2 2  
gewerbliche Herstellerbetriebe von Mischfuttermitteln 85 9  
davon: fahrb. Mahl- und Mischanlagen 13    
davon: Mischen von Fetten und Ölen
Importeure, Drittlandsvertreter      
Handelsbetriebe 547 2 270
davon: Handelsbetriebe von Fetten und Ölen
davon: Handelsbetriebe von Zusatzstoffen 2
Dekontaminationsbetriebe      
Lagerbetriebe 2 97    
Spediteure 3 124    
andere

1 die Betriebe, die weder als Futtermittelbetriebe zugelassen noch registriert sind sowie Tierhalter,    die nur fütterungsfertige Futtermittel verfüttern 2 nur solche Betriebe, die im Auftrag lagern 3 nur solche Betriebe, die im Auftrag transportieren 4 bitte in darunter aufgeführten Zeilen benennen

Tabelle 2: Amtliche Futtermitteluntersuchungen 2014

Untersuchungsparameter  Anzahl Abweichungen von den Vorschriften in %
Inhaltsstoffe/Energie (Rohnährstoffe, Mineralstoffe, Energie u. a.) 1537 3,5
Zusatzstoffe (Vitamine, Spurenelemente, Antioxydantien, Farbstoffe, Kokzidiostatika) 596 5,5
Unerwünschte Stoffe (Schwermetalle, Dioxine, Mykotoxine u. a.) 2550 0,5
Rückstände Pflanzenschutzmittel 96 3,1
Unzulässige Stoffe (nicht bestimmungsgemäße Verwendung von Zusatzstoffen, Verschleppungen von Tierarzneimittelanwendungen) 811 -
Verbotene Stoffe (verbotene Stoffe, gem. Anh. III VO (EG) Nr. 767/2009), verbotene tierische Proteine 180 0,5
Sonstige Untersuchungen 193 3,1