Überwachungsprogramme

Brandenburg beteiligt sich jährlich an länderübergreifenden Kontrollprogrammen. Für die bundesweite Berichterstattung wird auf die länderübergreifende Auswertung der Ergebnisse in den Berichten "Lebensmittelsicherheit" des BVL verwiesen. Informationen zu den Daten aus Brandenburg finden Sie im Jahresbericht des Landeslabors Berlin-Brandenburg.

Wichtige Überwachungsprogramme (PDF)

Überwachungsbericht 2015 (PDF)

Überwachungsberichte vergangener Jahre (externer Link)

Landesprogramme

Mit den landesweiten Untersuchungsprogrammen wird überprüft, inwieweit die rechtlichen Bestimmungen zum Schutz der Gesundheit und der Lebensmittelsicherheit, aber auch zum Schutz vor Täuschung in Brandenburg eingehalten werden. Diese werden jährlich zwischen den zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern, dem LLBB und der oberen Landesbehörden entsprechend aktueller Gegebenheiten abgestimmt.

Im Berichtszeitraum 2014 wurden 4 Landesprogramme, wie im Folgenden beschrieben, durchgeführt:

Untersuchung von offenen Olivenölen aus Tischmenagen mediterraner Restaurants

Bei diesem vom Landeslabor Berlin-Brandenburg vorgeschlagenen Programm wurden in Restaurants mit mediterranem Charakter Proben der Olivenöle aus den offenen Tischmenagerien sowie ggf. Vergleichsproben (aus der Küche) auf ihre Qualität hin untersucht. 45% der Proben wurden beanstandet. Gründe waren hierbei der Verschnitt mit anderen Ölen (6%, damit Irreführung des Verbrauchers), im Genusswert nicht unerheblich gemindert, d. h. von der Verkehrsauffassung abweichend (28%) sowie nicht zum Verzehr geeignet (13%). 18 Proben zeigten starke oxydative Veränderungen, vermutlich durch zu lange Standzeiten bedingt. Als Ursache für die Veränderung der Beschaffenheit der Öle wird ein nicht sachgerechter Umgang der Gewerbetreibenden mit den offenen Ölen gesehen. Detaillierte Angaben sind hier nachzulesen.

 

Herkunftsanalysen bei Spargel

Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der NOKO (Norddeutsche Kooperation von Untersuchugnseinrichtungen) wurden Herkunftsanalysen bei Proben von weißem Spargel zum Nachweis ihrer Authentizität durchgeführt. Mittel Stabilisotopenanalyse (IRMS; isotope ratio mass spectrometry) wurden im Niedersächsischen Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg insgesamt 77 Einzelhandelsproben aus 6 Bundesländern untersucht. Anhand der je nach Klima, Höhe über NN, Breiten- und Längengrad unterschiedlichen Verhältnisse stabiler Isotopen einiger Elemente (v. a. 2H/1H - und die 18O/16O im Wasser) können Pflanzen durch ihre Stoffwechselprodukte mit unterschiedlicher Isotopenzusammensetzung nach ihrer Regionalität unterschieden werden. Um  Aussagen über die Authentizität der Proben tätigen zu können, wurden ferner authentische Referenzproben direkt vom Erzeuger (amtliche Probenahme auf dem Feld) sowie Spargelproben aus dem Großhandel (Herkunft aus anderen Mitgliedsstaaten) genommen.

Die Brandenburger Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter hatten hierzu 23 Spargelproben aus dem Einzelhandel sowie 13 Referenzproben eingesandt.

Im Ergebnis ergab sich kein Hinweis auf einen Anfangsverdacht bzgl. einer falschen Herkunftsangabe. Weitere Informationen erhalten Sie bei dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Niedersachsen

 

Untersuchung von Schlankheits- und Potenzmitteln auf pharmakologische Inhaltsstoffe

Ziel des Landesprogramms war die Untersuchung von sogenannten Lifestyle-Produkten (Schlankheits- und Potenzmittel) auf nicht deklarierte pharmakologisch wirksame Substanzen.

In als Nahrungsergänzungsmittel auf den Markt gebrachten Schlankheits- und Potenzmitteln, insbesondere aus dem Internet, werden immer wieder pharmakologisch wirksame Substanzen in teilweise sehr hohen und potentiell gesundheitsschädlichen Dosierungen gefunden. Probenahmeort sollten Asia-, Ethno-, Esoterik- oder Sexshops sowie Apotheken sein.

Es wurden insgesamt 13 Proben Potenzmittel und 16 Schlankheitsmittel als Proben eingesandt und amtlich untersucht. Vorrangige Untersuchungsziele waren die Prüfung und soweit zutreffend der Gehalt an pharmakologisch wirksamen Substanzen.

In keiner Probe wurden nicht deklarierte (pharmakologisch wirksame) Substanzen gefunden.

Zu den festgestellten Kennzeichnungsmängeln gehörten unzulässige gesundheitsbezogene Angaben. Es wurden unzulässige Zusatzstoffe verwendet und Werte gemäß BfR/EFSA-Empfehlungen überschritten.

Nähere Informationen finden Sie auch auf Seite 26 und 27 im Jahresbericht 2014 des LLBB.

 

Untersuchung von Roh-/Tankmilch auf Dioxine, dl- und ndl-PCB´s sowie Aflatoxin M1

Im Rahmen dieses Landesprogrammes wurden 28 Proben Rohmilch aus dem Sammeltank auf das Vorhandensein von Dioxinen, dioxinähnlichen und nicht-dioxinähnlichen PCB´s sowie Aflatoxin M1 untersucht.

Aufgrund möglicher gesundheitsschädigender Wirkungen wurden für bestimmte Kontaminaten Höchstgehalte in der Verordnung (EG) 1881/2006 festgelegt. Das Mykotoxin Aflatoxin B1 kann über das Futtermittel vom Tier aufgenommen und zum möglicherweise für den Menschen krebserregenden (Einstufung der IARC) Aflatoxin M1 metabolisiert werden, welches z. B. über die Milch zum Verbraucher gelangen könnte.

Dioxine und (dl- sowie ndl-) PCB´s sind lipophile Stoffe, die bei thermischen Erhitzungsverfahren entstehen oder aus der Umwelt stammen und insbesondere in tierischem Fettgewebe akkumulieren können. Ihre chronischen Wirkungen können den Hormonhaushalt des Körpers und das Immunsystem stören sowie das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen.

Im Ergebnis lag der Gehalt an Aflatoxin M1 in 27 von 28 Proben unterhalb der Nachweisgrenze. Eine Probe lag mit 0,02 μg/kg unterhalb des Höchstgehaltes (= 0,05 μg/kg).

Der Mittelwert der Summe der Dioxine lag bei 0,37 pg/g Fett (WHO-PCDD/F-TEQ; a). Für die Summe der Dioxine und dioxinähnliche PCB´s lag der Mittelwert bei 0,69 pg/g Fett (WHO-PCDD/F+dl-PCB-TEQ; b). Damit wurden keine Höchstwertüberschreitungen (a = 2,5 bzw. b = 5,5 pg/g Fett) festgestellt.

Auch die nicht-dioxinähnlichen PCB´s lagen alle unterhalb der Höchstwerte.

Eine Tendenz zwischen Milchproben aus ökologischer gegenüber konventioneller Haltung war nicht ableitbar.

Auf der Seite 25 des Jahresberichtes 2014 des LLBB finden Sie weitere Informationen.