Kernkraftwerk Rheinsberg

Das Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR) wurde von 1966 bis 1990 mit einer elektrischen Nennleistung von 70 MW betrieben. Es ist seit dem 1. Juni 1990 abgeschaltet und wird derzeit zurückgebaut. Nach aktuellem Planungsstand sollen bis zum Jahr 2025 alle technologischen Anlagen und Gebäudestrukturen, die dem Geltungsbereich des Atomgesetzes unterliegen, abgebaut werden.

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Strahlenschutz / Umweltradioaktivität

Alle uns umgebenden Stoffe enthalten zumindest in Spuren Radioaktivität. Neben den bekannten natürlich radioaktiven Stoffen (z.B. Uran und Thorium) gibt es eine Vielzahl weiterer, erst durch Kernspaltung erzeugbare radioaktiver Stoffe. Viele dieser künstlichen Radionuklide, z.B. Cäsium-137, sind auf verschiedenen Wegen in die Umwelt gelangt. Bekannt sind die Folgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986, aber auch schon vorher haben Kernwaffenversuche in der Atmosphäre weltweit große Mengen an Radioaktivität verteilt. Schließlich emittieren auch die kerntechnischen Anlagen im normalen Betrieb geringe, aber messbare Mengen an künstlicher Radioaktivität. Diese natürlichen und künstlichen radioaktiven Stoffe sind Gegenstand der Umweltüberwachung des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG).

Die Umweltradioaktivität in Brandenburg wird in einem Messprogramm auf Grundlage des Strahlenschutzvorsorgegesetzes (StrVG) laufend überwacht. Verantwortlich für Messungen sind die Landesmessstellen des Fachbereiches Fb IV-1 im Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB).

Bundesweite automatische Messnetze z.B. für den Gammastrahlungspegel und die Radioaktivität in der Luft werden u. a. vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) betrieben. Aktuelle Messdaten finden Sie im Informationsangebot des Bundesumweltministeriums (BMUB).

Weitere Messergebnisse und Erläuterungen sind im Bericht: "Umweltradioaktivität in Brandenburg 2001-2002" veröffentlicht.

Download: Bericht: "Umweltradioaktivität in Brandenburg 2001-2002"

Pilze und Strahlenbelastung

Radioaktivität in Waldpilzen und die dadurch bedingte Strahlenbelastung des Verbrauchers sind auch 30 Jahre nach der Tschernobylkatastrophe immer noch ein Thema. Davon zeugen regelmäßige Anfragen aus der Bevölkerung und den Medien, vor allem während der Pilzsaison. Ein Faltblatt gibt Auskunft darüber, welche Pilzarten besonders viel Radioaktivität enthalten und welche weniger. Eine Gegenüberstellung der Strahlenbelastung durch Pilzverzehr und der natürlichen Strahlenbelastung aus der Umwelt macht deutlich: Wer "Marone, Pfifferling und Co." aus Brandenburg in üblichen Mengen sammelt und verzehrt, braucht sich deswegen keine Sorgen um seine Gesundheit zu machen. Für Handelsware, die überwiegend aus dem Ausland stammt, gibt es ein lückenloses System amtlicher Kontrollen.

Elektromagnetische Felder - eine Gesundheitsgefahr?

Seit der Einführung des Mobilfunks hat die öffentliche Diskussion um mögliche Gesundheitsgefahren durch elektromagnetische Felder in der Umwelt zugenommen.Elektromagnetische Felder technischen Ursprungs gehören zum Alltag der Menschen in den Industrieländern.

Ihre wichtigsten Quellen im niederfrequenten (NF-)Bereich sind die Anlagen der Elektroenergieversorgung bis hin zum elektrischen Haushaltgerät im persönlichen Umfeld.

Im Hochfrequenz (HF-)Bereich sind es die Funksendeanlagen der Telekommunikationsdienste wie Mobilfunk- und Rundfunk-/Fernsehsender. Im persönlichen Umfeld gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Quellen: Mikrowellenöfen, Handys, Schnurlostelefone, WLAN-Anlagen, um nur die wichtigsten zu nennen.

In den Bereich der elektromagnetischen Felder ist auch die Optische Strahlung einzuordnen. Unter Strahlenschutzaspekten ist hier die UV-Strahlung bedeutsam, der wir sowohl aus natürlichen (Sonnenstrahlung) als auch technischen Quellen, vor allem Solarien, ausgesetzt sind.

Insbesondere bei übermäßiger und ungeschützter Exposition birgt UV-Strahlung ein nicht zu vernachlässigendes, aber doch von vielen unterschätztes Risiko, etwa für Hautkrebs und allergische Reaktionen. Insbesondere durch Sonnenbrände im Kindesalter steigt das Risiko für einen späteren Hautkrebs.

Grenzwertsetzung bietet Schutz

Zunehmend wird im Alltag unter dem Begriff "Elektrosmog" über mögliche negative Wirkungen technisch erzeugter elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder für die menschliche Gesundheit diskutiert.

Seit langem bekannt sind die so genannten thermischen Wirkungen solcher Felder. Darunter versteht man deren Eigenschaft, menschliches Gewebe zu erwärmen und dadurch zu schädigen. Bekannt ist auch, dass durch Feldwirkung im Körper schwache elektrische Ströme erzeugt werden, welche die körpereigenen Ströme - etwa in den Nervenbahnen - überlagern und lebenswichtige Funktionen stören können. Derartige Wirkungen können ausgelöst werden, wenn bestimmte Schwellen überschritten werden.

Die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) hat Empfehlungen zu Grenzwerten veröffentlicht, die eine Überschreitung dieser Wirkschwellen zuverlässig, d. h. mit einem Sicherheitsfaktor, verhindern.

Auf den Empfehlungen basiert auch die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Verordnung über elektromagnetische Felder - 26. BImSchV). Sie regelt die Grenzwerte und weitere Anforderungen für Hochspannungsanlagen mit einer Nennspannung von mindestens 1000 Volt (Wechselstrom) bzw. 2000 Volt (Gleichstrom) sowie für Funksendeanlagen mit mindestens 10 Watt Leistung. Die Grenzwerte gewährleisten nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft einen zuverlässigen Schutz vor gesundheitlichen Schäden durch elektromagnetische Felder.

Vernünftige Vorsorgemaßnahmen sind nie verkehrt

Um den verbleibenden Unsicherheiten im wissenschaftlichen Erkenntnisprozess Rechnung zu tragen, ist eine vorsorgliche Reduzierung von Feldstärken auch unterhalb der Grenzwerte grundsätzlich sinnvoll. Dem trägt der Gesetzgeber mit der 2013 überarbeiteten 26. BImSchV verstärkt Rechnung.

Mit dem Ziel des bundesweit einheitlichen Vollzuges der 26. BImSchV durch die Behörden wurden 2014 die "Hinweise zur Durchführung der Verordnung über elektromagnetische Felder" von der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) überarbeitet. Sie geben nun auch Empfehlungen zu den geänderten Anforderungen zur Vorsorge bei Hochspannungsanlagen und zur Beteiligung der Kommunen bei der Standortauswahl für Hochfrequenzanlagen entsprechend § 4 und § 7a der 26. BImSchV.

Weitere Informationen erhalten hier.