Safer Internet Day am 5. Februar 2019

Der Safer Internet Day 2019 ist ein von der Europäischen Union initiierter, jährlich veranstalteter weltweiter Aktionstag für mehr Sicherheit im Internet. In diesem Jahr findet er unter dem Motto "Safer Internet Day 2019 - Together for a better internet" statt. Hier engagierren sich unterschiedliche Akteure für Online-Sicherheit und ein besseres Internet für Kinder und Jugendliche. Weltweit wird dieser Tag vom europäischen Insafe-Netzwerk im Rahmen des CEF Telecom Programms der Europäischen Kommission koordiniert. In Deutschland koordiniert klicksafe.de den Aktionstag und ruft dazu auf, sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen.

Das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz und Die Landesbeauftragte für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg möchten den Safer Internet Day zum Anlass nehmen um als Akteur gemeinsam zum Thema "Im Netz? Mit Sicherheit!" zu informieren. Unterstützt wird die Aktion auch durch die Verbraucherzentrale Brandenburg.


Veranstaltung:

Wann: 5. Februar 2019

Wo:
In den Bahnhofspassagen des Potsdamer Hauptbahnhofs 

Flyerverteilung „Sichern Sie Ihr Smartphone!“ von 8:00 Uhr bis 10:00 Uhr im Potsdamer Hauptbahnhof  


Vor Ort:

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesdatenschutzbeauftragten 

Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbraucherschutzministeriums


Sichern Sie ihr Smartphone!

Schützen Sie Ihr Handy vor Manipulation, Diebstahl oder Verlust

Lassen Sie Ihr Handy nicht unbeaufsichtigt liegen. In öffentlichen Verkehrsmitteln sollten Sie Ihr Handy gut geschützt vor Diebstahl oder Verlust aufbewahren. Das Gleiche gilt für Restaurants und anderen öffentlichen Orten, an denen Sie sich aufhalten. Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind und eine Pause einlegen, nehmen Sie Ihr Smartphone mit und lassen es nicht unbeobachtet im Wagen zurück.

Zum Schutz vor Manipulationen oder Missbrauch sollte das Handy möglichst nicht bzw. nur an vertrauenswürdige Personen ausgeliehen werden. Auch wenn Sie sich sicher wähnen, dass niemand Ihr Handy manipuliert hat, überprüfen Sie regelmäßig, ob Konfigurationen geändert oder Apps aufgespielt wurden.

Falls Ihr Smartphone gestohlen wurde oder Sie es verloren haben, so bieten Passwörter und Zugangssperren zumindest erste Schutzmaßnahmen gegen Kriminelle. Wichtige und sensible Daten, die auf Ihrem Handy gespeichert sind, sollten gegen einen unbefugten Zugriff verschlüsselt werden. Eine weitere Maßnahme bei einem Handydiebstahl oder -verlust wäre, Ihre persönlichen Daten auf dem Gerät aus der Ferne mit einer vertrauenswürdigen App zu löschen. Sperren Sie Ihre SIM-Karte sofort beim Vertragspartner, damit niemand mehr Kosten verursacht. Dazu benötigen Sie die zuvor notierte und griffbereite Handyrufnummer und je nach Anbieter auch die SIM-Kartennummer, Kundennummer oder Kundenkennwort. Eine Sperre können Sie häufig auch online im Kundenportal bei Ihrem Anbieter vornehmen.

Installieren Sie regelmäßig aktuelle Sicherheitsupdates.

Installieren Sie Updates von Apps und dem Betriebssystem umgehend, wenn diese zur Verfügung stehen. Vorzugsweise sollte dies über die Funktion „Automatische Updates“ im WLAN erfolgen. Schwachstellen und Sicherheitslücken können so schnell geschlossen werden. Bedenken Sie, dass Angreifer diese sonst ausnutzen und die Kontrolle über Ihr Smartphone übernehmen oder Schadsoftware auf Ihr Handy aufspielen könnten.

Erstellen Sie regelmäßig Daten-Backups auf externen Speichermedien. So können Sie z. B. im Falle eines Dieb-stahles, bei einer digitalen Erpressung oder bei technischen Problemen des Handys sicher sein, dass Ihre Daten nicht verloren gehen und sie jederzeit wiederherstellbar sind. 

Der Einsatz von Virenschutzprogrammen auf Ihrem Smartphone ist grundsätzlich empfehlenswert, soweit das Gerät nicht bereits über einen ausreichenden Virenschutz verfügt. Insbesondere in folgenden Fällen empfehlen wir Ihnen die Verwendung von Virenschutzprogrammen: z. B. Speicherung von sensiblen Daten, Surfen auf nicht sicheren Internetseiten, Online-Banking, Nutzung von öffentlichen WLAN-Netzen, Erhalt vieler Spam-Mails.

Löschen Sie alle gespeicherten Daten vor dem Verkauf oder der Entsorgung Ihres Handys. Entfernen Sie die SIM-Karte und vernichten Sie diese, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

Verwenden Sie Schnittstellen und Funktionen nur klug

Drahtlosschnittstellen, wie WLAN, Bluetooth oder NFC (Near Field Communication) sollten Sie nur dann aktivieren, wenn Sie diese benötigen. Vergessen Sie nicht, die Verbindung nach der Nutzung wieder zu unterbrechen. Für Kriminelle sind die freigeschalteten Schnittstellen eine gute Möglichkeit, Schadsoftware auf Ihr Handy zu übertragen. 

Achten Sie bei der drahtlosen Kopplung mit anderen Geräten über Bluetooth oder NFC darauf, dass der Austausch von Daten mit vertrauenswürdigen Verbindungspartnern erfolgt. Das Gleiche gilt bei der Nutzung der  drahtgebundenen USB-Schnittstelle. Verbinden Sie sich mit einem Rechner, der vertrauenswürdig ist. Es kann sonst passieren, dass sich Ihr Handy mit Malware infiziert. 

Schalten Sie Ortungsdienste, wie GPS nur gezielt ein. Ihre Positionsdaten könnten sonst leicht an Dritte weitergegeben oder für die Aufzeichnung von Bewegungsprofilen verwendet werden. Halten Sie sich mit der Weitergabe Ihrer Ortsangaben zurück. Achten Sie darauf, dass bei Handyfotos nicht automatisch die Ortsangabe und Tag und Zeit mitgesendet werden.

Begrenzen Sie die Risiken bei der Verwendung von Apps

Installieren Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen. Nutzen Sie möglichst die offiziellen App-Stores, um zertifizierte Apps zu downloaden. Wenn Ihnen der Anbieter nicht bekannt ist, informieren Sie sich vor der Installation. Bedenken Sie, dass Apps Schwachstellen und Sicherheitslücken enthalten können, die von Kriminellen ausgenutzt werden. Insbesondere kann dies dann der Fall sein, wenn die App veraltet ist und der Hersteller keine Updates mehr anbietet oder wenn Sie Apps aus nicht vertrauenswürdigen Quellen nutzen.

Prüfen Sie die Zugriffsberechtigungen der Apps. Hinterfragen Sie genau, ob bei der jeweiligen App Zugriffe auf bestimmte Dienste und gespeicherte Daten des Geräts nötig sind. Unstrittig wäre bei einer Navigations-App der Zugriff auf die Ortungsdienste. Aber benötigt tatsächlich auch die Kochbuch-App den Zugriff auf diese Informationen? Viele Apps verlangen den Zugriff auf das Adressbuch mit allen Kontaktdaten, E-Mails oder Fotos. Hinterfragen Sie die Erlaubnis kritisch und handeln Sie entsprechend, indem Sie nicht zwingend benötigte Zugriffe auf Dienste oder gespeicherte Daten deaktivieren oder in diesem Fall eine App eines anderen Anbieters installieren. Besonders sensibel sollten Sie reagieren, wenn bestimmte Apps die Zugriffe auf Ihre Kamera oder Ihr Mikrophon fordern, die jedoch nicht nötig sind. Fremde könnten versuchen, Sie und Ihr Umfeld heimlich zu beobachten und zu belauschen. Verbieten Sie nicht erforderliche Zugriffe auf Mikrofon und Kamera pro App.

Kostenlose Apps bezahlt man häufig mit seinen Daten.

Seien Sie achtsam in öffentlichen WLAN-Netzen

Frei zugängliche, kostenlose Internetzugänge (WLAN-Hotspots) werden Ihnen häufig auf Flughäfen, im Hotel, im Cafe oder in öffentlichen Verkehrsmitteln angeboten. Doch hier ist Vorsicht geboten. Achten Sie genau darauf, ob es sich dabei um das „echte“ WLAN des Anbieters handelt. Betrüger könnten sog. Hotspotfallen verwenden und ein WLAN zur Verfügung stellen, das Sie für seriös halten. Stattdessen nutzen Sie den Hotspot des Kriminellen, der so Ihre Identität stehlen kann und beispielsweise in Ihrem Namen im Internet shoppen geht. 

Selbst wenn Sie sich mit dem offiziellen WLAN des jeweiligen Anbieters verbinden, aber die Datenübertragung unverschlüsselt erfolgt, können Unbefugte leicht Ihre Daten abgreifen oder Schadsoftware in Ihr Smartphone schleusen. 

Deaktivieren Sie die automatische Anmeldung an öffentlichen, fremden WLAN-Hotspots sowie Datei- und Verzeichnisfreigaben. Informieren Sie sich über das Sicherheitsniveau des Hotspots. Rufen Sie keine vertraulichen Daten über das öffentliche WLAN ab. Sollten Sie dennoch sensible, vertrauliche oder persönliche Daten übertragen wollen, verwenden Sie ein Virtual Private Network (VPN). In einem solchen Tunnel werden die Daten zwischen Ihrem Smartphone und dem verwendeten VPN-Server verschlüsselt übertragen. 

Vermeiden Sie Kostenfallen

Beim Klicken auf Werbebanner in Apps oder auf Webseiten kann es passieren, dass Anbieter ohne weitere Nachfrage oder Bestätigung von Ihnen der Meinung sind, mit Ihnen einen Vertrag geschlossen zu haben. Bei dieser Art der Abzocke erfolgt die Abrechnung meist über die Rechnungen des Mobilfunkanbieters, das sog. WAP-Billigung.

Um solche ungewollten Abos oder Mehrwertdienste, die sich möglicherweise unbemerkt aktiviert haben, zu erkennen, sollten Sie regelmäßig Ihre Mobilfunkrechnung prüfen. Wie Sie vorgehen können, wenn Sie eine unberechtigte Rechnung finden, erklärt die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. unter https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/wissen/digitale-welt/mobilfunk-und-festnetz/apps-und-datenschutz-6431.

Richten Sie über Ihren Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre ein. Dadurch verhindern Sie, dass Leistun-gen Dritter über Ihre Mobilfunkrechnung abgerechnet werden.

Hinterlassen Sie im Internet keine Daten-Spuren.

Löschen Sie in Ihrem Browser regelmäßig den Cache, Cookies sowie den Verlauf, auch auf Ihrem Smartphone. Die Verbraucherzentrale Brandenburg e.V. zeigt in Video-Anleitungen Schritt für Schritt die Einstellung von Cookies im Browser in den fünf gängigsten Internetprogrammen:

https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/cookies-im-browser-einstellen-11996.

Speichern Sie Ihre Passwörter nicht im Browser.

Nutzen Sie auch den Auskunftsanspruch nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Danach haben Sie ein Recht auf Auskunft über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten. Unternehmen müssen auf Verlangen klar und verständlich und in leicht zugänglicher Form über die Datenverarbeitung informieren, zum Beispiel über  die Speicherdauer, den Zweck der Datenverarbeitung, über die Herkunft der Daten und mögliche Dritte, die die Daten erhalten haben. Einen Musterbrief zum Auskunftsrecht erhalten Sie zum Beispiel auf der Webseite der Verbraucherzentrale Brandenburg e.V.

https://www.verbraucherzentrale-brandenburg.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/ihre-daten-ihre-rechte-die-datenschutzgrundverordnung-dsgvo-25152


Informationsmaterialien der Landesbeauftragten für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht Brandenburg

Faltblätter

Digitale Angriffe? Nicht bei mir!

Ungeziefer aus dem Netz - Informationen zu Viren, Würmern, Spyware und Trojanern

Verräterische Spuren auf Festplatten - Hinweise zum sicheren Löschen von Daten

Broschüren

Datenschutz-Grundverordnung

Bundesdatenschutzgesetz

Brandenburgisches Datenschutzgesetz

Broschüre "Meine Daten, meine Rechte" (Betroffenenrechte)


Weiterführende Informationen der Verbraucherzentrale Brandenburg

Apps und Datenschutz

Smartphones: Tipps und Tricks für Nutzer

WhatsApp-Alternativen: Die Datenschutzregeln im Überblick

Ihre Daten, Ihre Rechte: die Datenschutzverordnung (DSGVO)