Tierseuchenverhütung und -bekämpfung

Tierseuchen, wie die Afrikanische Schweinepest, Geflügelpest, BSE oder Maul- und Klauenseuchen treten hauptsächlich in der Nutztierhaltung auf. Einige Tierseuchen können auch eine Gefahr für den Menschen darstellen. Die Tierseuchenbekämpfung ist eine wichtige Aufgabe der Veterinärüberwachung und dient dazu, die Tiergesundheit umfassend sicherzustellen.

Informationen zu Kennzeichnungen und Registrierungen aller Tierarten
Kennzeichnung und Registrierung von Schweinen, Schafen und Ziegen

Schweine-, Schaf- und Ziegenhalter müssen nach der Viehverkehrsverordnung jährlich eine Stichtagsmeldung an die zentrale Tierdatenbank (HIT-Datenbank) abgeben. Dies betrifft nicht nur landwirtschaftliche Unternehmen sondern auch Kleinst- und Hobbyhalter. Hierzu sind die am Stichtag  1. Januar eines jeden Jahres im Bestand vorhandenen Tiere bis zum 15. Januar an die Tierseuchenkasse Brandenburg zu melden.

Die Verpflichtung des Tierhalters zur Abgabe der Stichtagsmeldung wird mit der fristgemäßen Rücksendung des vollständig ausgefüllten Meldebogens an die Tierseuchenkasse erfüllt.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Unterlassung der fristgerechten Stichtagsmeldung eine Ordnungswidrigkeit darstellt und entsprechend geahndet werden kann. Bei Schafen und Ziegen führt die fehlende oder nicht fristgerechte Abgabe der Stichtagsmeldung zudem zu Kürzungen der Betriebsprämienzahlungen. Eine Stichtagsmeldung muss auch dann abgeben werden, wenn sich der Tierbestand nicht verändert hat.

Kennzeichnung und Registrierung von Pferden und anderen Equiden

Änderung der gesetzlichen Vorschriften zur Kennzeichnung von Equiden
Seit dem 1. Juli 2009 gelten neue Bestimmungen für die Kennzeichnung von Equiden (Pferde, Esel, Zebras und deren Kreuzungen). Diese Regelungen gehen auf die EU-Verordnung Nr. 504/2008 und den entsprechenden Durchführungsbestimmungen in der geänderten Viehverkehrsverordnung (ViehVerkV) in der Fassung vom 3. März 2010 zurück. Nachfolgend möchten wir Sie über die Kennzeichnungs- und Meldevorschriften informieren, die für Halter von Equiden verbindlich sind.

Anzeige der Tierhaltung
Nach § 26 ViehVerkV hat jeder Halter von Equiden den Beginn seiner Tierhaltung sowie jede Änderung (wie z. B. die Änderung der Anschrift oder des Standortes der Tierhaltung) einschließlich der Einstellung der Tierhaltung bei dem jeweils zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt anzuzeigen und erhält nach entsprechender Anzeige von der Behörde eine zwölfstellige Registriernummer. Halter im Sinne der ViehVerkV ist jeder, der Equiden hält und für die Haltung verantwortlich ist, unabhängig vom Zweck der Haltung, den Eigentumsverhältnissen an den gehaltenen Equiden und der Dauer der Haltung. Der Betreiber eines Pensionsstalles ist somit Halter der eingestellten Equiden. Ebenso ist der Transporteur eines Equiden Tierhalter im Sinne der Verordnung. Der Halter (nicht der Eigentümer) ist für Einhaltung der sich aus der ViehVerkV ergebenen Verpflichtungen verantwortlich.

Wie wird gekennzeichnet?
Die Kennzeichnung umfasst bei nach dem 30. Juni 2009 geborenen Equiden die Implantation eines amtlich zugelassenen Transponders und die Ausstellung eines Equidenpasses innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt. Die Transponder werden auf Antrag durch den Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt als beauftragte Stelle ausgegeben. Transponderbestellungen können schriftlich per Post oder Fax (z.B. formlos unter Angabe der Registriernummer und der benötigten Anzahl oder auf einem Bestellformular unter www.pferde-brandenburg-anhalt.de). Für Fohlen von Equidenhaltern, die im Zuchtverband Brandenburg-Anhalt organisiert sind, erfolgt die Transponderausgabe und die Kennzeichnung anlässlich einer Fohlenschau oder eines Hofbrenntermines durch Mitarbeiter des Verbandes. Wurde für vor dem 1. Juli 2009 geborene Equiden bislang noch kein Equidenpass ausgestellt, sind diese ebenfalls auf diese Weise zu kennzeichnen. Für alle bisher nicht gekennzeichneten Equiden, die älter als 6 Monate sind, ist die Identifizierung unverzüglich nachzuholen. Equiden, die vor dem 1. Juli 2009 geboren und für die bereits ein gültiger Pass ausgestellt wurde, erfüllen die Bestimmungen der neuen Kennzeichnungsvorschriften und müssen nicht nachträglich mit einem Transponder gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung eines Equiden ist durch den Tierhalter unter Angabe von Informationen zum Tier, zum Halter und zum Eigentümer beim  Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt als beauftragte Stelle unverzüglich anzuzeigen. Mit dieser Anzeige wird gleichzeitig ein Antrag auf Ausstellung eines Equidenpasses gestellt.

Wer führt die Kennzeichnung mittels Transponder durch?
Die Implantation eines Transponders darf nur von einem Tierarzt, von einer unter der Aufsicht eines Tierarztes stehenden Person oder durch eine in der Kennzeichnung sachkundige Person, die durch den Pferdezuchtverband beauftragt ist, vorgenommen werden. Die Person, die im Auftrag des Tierhalters die Kennzeichnung durchführen soll, muss als kennzeichnungsberechtigte Person registriert sein. Die Registrierung erfolgt durch die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte. Der Kennzeichnungsberechtigte hat das ordnungsgemäße Setzen des Transponders als eine Voraussetzung für die Ausstellung eines Equidenpasses zu bestätigen.

Wer stellt den Equidenpass aus?
Equidenpässe werden im Land Brandenburg vom Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt als beauftragte Pass ausgebende Stelle ausgestellt. Die Antragstellung erfolgt durch die Anzeige der Kennzeichnung des Tierhalters beim Verband, für Fohlen von im Zuchtverband registrierten Züchtern mit der Fohlenmeldung. Equidenpässe werden auch für nichtregistrierte Züchter und private Tierhalter (z. B. von Reit- und Freizeitpferden sowie Eseln) des Landes Brandenburg ausschließlich durch den Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt ausgestellt. Züchter anderer in Brandenburg aktiven Pferdezuchtverbände müssen sich an ihren eigenen Verband wenden. Die Kennzeichnungsmeldung bzw. der Passantrag muss mindestens folgende Informationen umfassen:

  • Registriernummer des Tierhalters
  • Transpondernummer
  • Art des Equiden
  • Geschlecht
  • Farbe
  • Geburtsdatum
  • Angaben zum Eigentümer des Equiden

Der Pass enthält als weitere Information mindestens

  • Status als registrierter Equide oder nicht registrierter Zucht- und Nutzequide
  • Lebensmitteleignung (Schlachtequide/Nichtschlachtequide)
  • Geburtsland.

Diese Daten werden nach Prüfung durch den Zuchtverband in die Zentrale Datenbank des HI-Tier eingestellt. Der Equidenpass wird auf der Grundlage der geprüften Angaben ausgestellt und dem Tierhalter zugesandt.

Was ist bei Verlust des Equidenpasses zu tun?
Bei Verlust eines ordnungsgemäß ausgestellten Equidenpasses kann von der ursprünglichen Pass ausstellenden Stelle auf Antrag des Tierbesitzers ein Duplikat (Zweitschrift) ausgestellt werden. Voraussetzung für die Ausstellung eines Duplikates ist, dass die Identität eines Equiden zweifelsfrei ermittelt und durch eine eidesstattliche Erklärung des Halters bestätigt werden kann. In allen anderen Fällen stellt die Pass ausstellende Stelle einen Ersatz-Equidenpass aus. Mit jeder Ausstellung eines Ersatz-Equidenpasses oder des Duplikates eines Equidenpasses wird der Equide als „nicht zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt“ eingestuft.

Weitere Verpflichtungen des Tierhalters
Bei Eigentümerwechsel sind der Pass ausstellenden Stelle die Änderungen mitzuteilen. Darüber hinaus ist durch den Tierhalter nach dem Tod, der Schlachtung oder dem Verlust eines Equiden der Equidenpass unter Angabe des Todes- oder Verlustdatums an die Pass ausstellende Stelle zurückzusenden.


Kosten
Die Kosten für die Transponder und die Ausstellung der Equidenpässe sind durch den Tierhalter zu tragen. Für Rückfragen und Auskünfte stehen Ihnen die Mitarbeiter des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt zur Verfügung:


Hauptgestüt 10a
16845 Neustadt (Dosse)

Telefonnummer: 033970/13201
E-Mail: neustadt@pzvba.de

Kennzeichnung und Registrierung von Schafen und Ziegen

Für Schafe und Ziegen, die nach dem 31. Dezember 2009 geboren worden sind, ist die Kennzeichnung EU-weit neu geregelt und die elektronische Kennzeichnung vorgeschrieben worden. Diese Schafe und Ziegen sind grundsätzlich individuell mit 2 Kennzeichen zu kennzeichnen, wobei eines elektronischer Art sein muss. Für Schlachttiere bleibt die bereits bestehende Ausnahmeregelung einer vereinfachten Kennzeichnung bestehen.

Grundsätzliche Kennzeichnungsvorschriften:

  • Jedes Schaf und jede Ziege ist spätestens neun Monate nach der Geburt zu kennzeichnen, jedoch in jedem Fall vor Verlassen des Geburtsbetriebes.
  • Zugegangene Tiere aus anderen EU-Staaten behalten ihre ursprüngliche Kennzeichnung.
  • Tiere, die aus Drittstaaten eingeführt werden, sind durch den Tierhalter des Bestimmungsbetriebes innerhalb von 14 Tagen nach dem Einstellen, jedoch spätestens vor dem Verbringen aus dem Betrieb, zu kennzeichnen.
  • Tiere, die vor dem 31. Dezember 2009 geboren wurden, sind nach dem bisherigen Kennzeichnungssystem zu kennzeichnen. Diese Tiere müssen nicht umgekennzeichnet werden.

Wie sind nach dem 31. Dezember 2009 geborene Lämmer zu kennzeichnen?
Zur Kennzeichnung werden in Brandenburg für nach dem 31. Dezember 2009 geborene Lämmer folgende Kennzeichen angeboten:

1. Zuchttiere

  1. eine gelbe Ohrmarke mit elektronischem Transponder und eine gelbe, konventionelle Ohrmarke mit schwarzer Schrift und folgender Beschriftung auf dem Dornteil: DE + Tierartencode (Ziffer "01") + Bundesland (Ziffer 12) + individueller Nummer (8-stellig)  
  2. ein Pansenbolus mit elektronischem Transponder und eine gelbe, konventionelle Ohrmarke mit schwarzer Schrift und gleicher Beschriftung auf dem Dornteil wie unter a. beschrieben

Bei den elektronischen Transpondern handelt es sich um Nurlese-Passivtransponder (ISO-Normen 11784 oder 11785). Die Speicher der Transponder sind schreibgeschützt und enthalten die Angaben des Ohrmarkencodes.

2. Schlachttiere

  1. eine weiße Ohrmarke mit schwarzer Schrift und folgender Beschriftung auf dem Dornteil: DE + KFZ-Kennzeichen + letzte sieben Stellen der Registriernummer des Tierhalters (bisherige Kennzeichnungsform).

Schlachttiere sind Tiere, die vor Vollendung des ersten Lebensjahres im Inland geschlachtet werden. Für zum Export vorgesehene Tiere gilt weiterhin, dass diese mit einer für Zuchttiere zulässigen Kennzeichnung gekennzeichnet werden müssen.

Bestandsregister
Mit der Einführung der elektronischen Kennzeichnung muss das Bestandsregister neben den bisherigen Angaben auch Angaben zu im Betrieb geborenen und/oder verendeten/geschlachteten Tieren enthalten. Dies gilt sowohl für Zuchttiere als auch für Schlachttiere.

Kosten
Die Kosten für die Kennzeichen von Schafen und Ziegen sind, entgegen bisher bestehenden Festlegungen, ab dem 1. Januar 2010 durch den Tierhalter zu tragen.

Formulare zur Bestellungen der Kennzeichen erhalten Sie beim

Landeskontrollverband Brandenburg e.V.
Straße zum Roten Luch 1
15377 Waldsieversdorf.

Für Rückfragen und weitere Auskünfte steht Ihnen der Landeskontrollverband unter der Telefonnummer + 49 33433/ 656-0 gern zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg e.V.


Allgemeine Information zu Tierseuchen
Anzeigepflicht Tierseuchen

Grundlage der Seuchenbekämpfung
Das Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen vom 22. Mai 2013 (Tiergesundheitsgesetz-TierGesG) ist in der Bundesrepublik Deutschland die Grundlage für die staatliche Bekämpfung von Seuchen, die bei Haustieren oder Süßwasserfischen oder bei anderen Tieren auftreten und auf Haustiere oder Süßwasserfische übertragen werden können. Haustiere im Sinne des Tierseuchengesetzes sind von Menschen gehaltene Tiere einschließlich der Bienen, jedoch ausschließlich der Fische.

Die Maßnahmen der Seuchenbekämpfung
Die Maßnahmen dienen sowohl der Vorbeuge gegen eine Seucheneinschleppung als auch der Tilgung entstandener Seuchenherde.

Das „Gesetz zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Tierseuchen vom 22. Mai 2013 (Tiergesundheitsgesetz-TierGesG)“ enthält Vorschriften für die Ein- und Ausfuhr von Tieren und tierischen Erzeugnissen sowie Rohstoffen zur Abwehr der Einschleppung von Tierseuchen aus dem Ausland. Außerdem enthält es Vorschriften für die Bekämpfung der Tierseuchen im Inland.
Die Maßnahmen zur Abwehr der Einschleppung von Tierseuchen aus dem Ausland sowie zur Vorbeuge und Tilgung der Seuchen im Inland ergänzen sich. Für den Erfolg der Bekämpfungsmaßnahmen ist die Mitarbeit der Tierbesitzer, der Landwirte und Züchter und ihrer Organisationen Voraussetzung.

Tierseuchenbekämpfung und Tierzucht
Im innerstaatlichen und internationalen Handelsverkehr ist das Freisein von Seuchen Vorbedingung für die Freizügigkeit der Tiertransporte. Die Tierseuchenbekämpfung ist eine Gemeinschaftsaufgabe des Staates und der Tierhalter, sowohl zum eigenen Schutz als auch zur planvollen Entwicklung des internationalen Tierverkehrs. Ohne weitsichtige Maßnahmen für die Gesundheit der Tierbestände ist keine Leistungszucht möglich.

Anzeigepflicht
Eine der wichtigsten Vorschriften im Tierseuchengesetz ist die Anzeigepflicht.

Welche Seuchen sind anzeigepflichtig?
In der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen vom 19. Juli 2011 sind alle anzeigepflichtigen Tierseuchen in einer Rechtsverordnung erfasst.    Die anzeigepflichtigen Seuchen umfassen auch solche Tierseuchen, die in der Bundesrepublik Deutschland noch nie oder seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen sind. Dies ist u. a. aus Gründen der Übernahme des EWG-Rechtes und wegen bilateraler Abkommen erforderlich.   Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft ist ermächtigt, mit Zustimmung des Bundesrates die Anzeigepflicht auch für weitere Seuchen einzuführen oder für einzelne Seuchen wieder aufzuheben.

Warum sind nicht alle Tierseuchen anzeigepflichtig?
Die staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Tierbestände setzen dort ein wo der einzelne Besitzer allein seinen Bestand vor Verlusten nicht schützen kann. Staatliche Maßnahmen sind jedoch nur dann notwendig, wenn die Seuche eine volkswirtschaftliche Bedeutung hat oder die menschliche Gesundheit gefährdet.    Die Anzeigepflicht für die in der Verordnung über anzeigepflichtige Tierseuchen genannten Seuchen soll bewirken, dass Seuchenausbrüche frühzeitig erkannt und getilgt werden können, bevor die Seuche weiterverbreitet wird.

Was ist anzeigepflichtig?
Anzeigepflichtig ist nicht nur der Ausbruch (d. h. die amtliche Feststellung) einer Seuche, sondern bereits der Seuchenverdacht.   Seuchen können in ihrem Erscheinungsbild so verschieden auftreten, dass bereits jeder Seuchenverdacht umgehend untersucht und abgeklärt werden muss.   Es liegt im eigenen Interesse des Tierbesitzers, so bald wie möglich über die seuchenverdächtigen Erscheinungen Klarheit zu bekommen. Seuchenerreger werden schon von der Ansteckung bis zum Auftreten der Erkrankung (Inkubationsstadium) ausgeschieden. Um größere Verluste zu vermeiden, ist die Seuche frühzeitig zu bekämpfen.

Wer ist zur Seuchenmeldung verpflichtet?
Gemäß § 4 Tiergesundheitsgesetz sind zur Anzeige verpflichtet:

  1. der Besitzer oder sein Vertreter,
  2. wer anstelle des Besitzers zeitweilig mit der Aufsicht der Tiere beauftragt ist,
  3. wer berufsmäßig mit Tierbeständen zu tun hat (z. B. Tierärzte, Schäfer, Fischereiberechtigter, Viehhändler, ).

Wann und an wen ist die Seuchenanzeige zu erstatten?
Die Seuchenmeldung ist unverzüglich an das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt zu erstatten. Unverzüglich bedeutet: ohne jeden Zeitverlust und ohne schuldhafte Verzögerung. Auch am Wochenende darf es keine Verzögerung geben. Der Amtstierarzt oder sein Vertreter sind immer zu erreichen.   Wer die ihm obliegende Anzeige nicht oder nicht unverzüglich erstattet, handelt ordnungswidrig und kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft werden.   Die Bedeutung der unverzüglichen Seuchenanzeige sollte jedem einsichtsvollen Tierhalter klar sein. Eine Seuchenverheimlichung oder eine verspätete Anzeige würde den betreffenden Tierbesitzer schwer belasten, da die Seuche direkt (z. B. Tierhandel) oder indirekt (z.B. Personenverkehr) aus dem Gehöft verschleppt und weiter verbreitet werden kann.

Entschädigung
Die Entschädigung für Tierverluste durch Seuchen soll die Folgen tragbar machen und die Seuchentilgung sowie die Mitarbeit der Tierbesitzer fördern. Der Entschädigung wird der gemeine Wert des Tieres zugrunde gelegt. Zuständig ist das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt. Der Anspruch auf Entschädigung entfällt, wenn der Tierbesitzer die Seuche nicht unverzüglich anzeigt [...]. Die allgemeinen Erläuterungen sind gekürzt aus der "Sammlung tierseuchenrechtlicher Vorschriften" von Geißler - Rojahn (Verlag R. S. Schulz, München) entnommen.

Weitere Informationen:


Afrikanische Schweinepest
Allgemeine Informationen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochkontagiöse Erkrankung der Haus- und Wildschweine mit erheblichen wirtschaftlichen Auswirkungen durch Tierverluste und Restriktionsmaßnahmen im Falle von Ausbrüchen.

Nach Einschleppung der ASP aus Afrika war eine Ausbreitung seit 2007 von Georgien nach Armenien, Aserbaidschan, in Teile der Kaukasusregion und dem europäischen Teil Russlands, der Ukraine, Weißrusslands zu beobachten. Anfang 2014 musste ein Übergreifen der ASP in den Wildbestand im südlichen Teil Litauens und im östlichen Teil Polens festgestellt werden.

Da kein Impfstoff gegen die ASP zur Verfügung steht, können nur Vorkehrungen getroffen werden, die die Einschleppung in die Haus- und Wildschweinepopulation des Landes Brandenburg vermeiden oder ein frühzeitiges Erkennen der Einschleppung ermöglichen.

Das Virus der ASP ist sehr widerstandsfähig, so dass eine Einschleppung über Speisereste, Jagdausrüstung oder Fahrzeuge möglich ist. Jäger und Reisende aus den betroffenen Gebieten sind deshalb zu besonderer Vorsicht aufgerufen. Jäger sollten auf Jagdreisen in die betroffenen Regionen verzichten. Speisereste sind ausschließlich in verschlossenen Behältnissen zu entsorgen, zu denen Wildschweine keinen Zugang haben.

Schweinehalter sollten die Maßnahmen der allgemeinen Betriebshygiene überprüfen. Besondere Beachtung muss dies in Freiland- und Auslaufhaltungen finden, um jeden Kontakt mit Wildschweinen auszuschließen. Auftretende Krankheitsanzeichen in Schweinehaltungen sind umgehend in Zusammenarbeit mit dem Hoftierarzt abzuklären, um ggf. frühzeitig behördliche Maßnahmen veranlassen zu können.

Auch für die Jäger gilt, die Regeln der Jagdhygiene einzuhalten. Dies gilt besonders für Jäger, die gleichzeitig Schweinehalter sind. Darüber hinaus sollten Jäger auf kranke und verendete Wildschweine achten, bei diesen Tieren in jedem Fall Proben nehmen und diese an das Landeslabor Berlin-Brandenburg einsenden.

Die staatlichen Bekämpfungsmaßnahmen bei Ausbruch der ASP in Brandenburg sind entsprechend der Einschleppung, der betroffenen Tierpopulation und des tatsächlichen Verlaufs der Seuche durchzuführen. Ziel ist in jedem Fall eine frühzeitige Erkennung der ASP, so dass die Möglichkeit der schnellen Eingrenzung des Infektionsherdes besteht und damit eine flächenhafte Ausbreitung verhindert wird. Eine Infektionsgefahr für Menschen durch die ASP besteht nicht.

Weitere Informationen:

Friedrich-Loeffler-Institut (FLI)
Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Merkblatt für Personen, die aus den von der ASP betroffenen Regionen nach Deutschland reisen
Merkblatt zur ASP - englisch
Merkblatt zur ASP - lettisch
Merkblatt zur ASP - litauisch
Merkblatt zur ASP - polnisch
Merkblatt zur ASP - rumänisch
Merkblatt zur ASP - russisch
Merkblatt zur ASP - ukrainisch
Merkblatt für Jäger
Merkblatt für Schweinehalter
Stallflyer

Beitrag "Schwarzwildforum" auf der Homepage des MLUL

 
Maßnamen zur Prävention und frühzeitigen Erkennung

In Deutschland und damit auch in Brandenburg ist es wichtig, dass Tierhalter und Jäger aufmerksam sind und angemessene vorsorgliche Maßnahmen umsetzen.

Dazu gehören insbesondere in Bezug auf das Schwarzwild:

  • eine Intensivierung der Zusammenarbeit der Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter der Landkreise und kreisfreien Städte mit den unteren Jagdbehörden und der Forstverwaltung einschließlich der örtlichen Landesforst, der Bundesforst sowie den Jagdvereinen.
     
  • Information und Aufklärung der Jäger zu Risiken und Erkennung der Afrikanischen Schweinepest (Vorträge, Verteilung Merkblatt, zum Verhalten gegenüber Hausschweinebestände und zur Vermeidung von "Tourismusjagden" in den von den ASP betroffenen Regionen Litauens und Polens).
     
  • Monitoring: 
    Erfüllung der Stichprobenvorgaben mit besonderem Schwerpunkt der Beprobung von Fallwild und Unfallwild

    Merkblatt Probenahme ASP

    (Einzelheiten zur Probenahme sind den Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämtern bereits durch die Landes-Task-Force mitgeteilt worden.)
     
  • Wildsammelstellen:
    Überprüfung der Verfügbarkeit und Funktionsfähigkeit des vorhandenen Netzes von Wildsammelstellen einschließlich Kühlzellen auf Kreisebene

Zum Schutz der Hausschweinebestände:

Information aller Tierhalter über die derzeitige Bedrohungslage, über die afrikanische Schweinepest und

  • Konsequente Durchsetzung der Schweinehaltungs-Hygiene-Verordnung 
  • Kontrolle der Einfriedungen von Freiland- und Auslaufhaltungen zur Unterbindung eines direkten Kontaktes zu Schwarzwild
  • Deutliche Hinweise auf das Verbot der Fütterung von Speiseabfällen bei öffentlich zugänglichen Haltungsformen 
  • Konsequente hygienische Trennung von Jagd und Hausschweinehaltung

Landwirtschaftsbetriebe, die ggf. Erntehelfer aus den betroffenen Regionen Litauens oder Polens einstellen, sollten sicherstellen, dass möglichst keine Lebensmittel tierischer Herkunft mitgebracht werden bzw. die Abfälle ordnungsgemäß beseitigt werden.

Merkblatt Afrikanische Schweinepest für Schweinehalter

Stallflyer Afrikanische Schweinepest für Schweinehalter

 

Geflügelpest (Vogelgrippe)
Allgemeine Informationen

Was ist Geflügelpest (Vogelgrippe)?
Die Vogelgrippe bzw. Geflügelpest ist eine Tierseuche. Sie wird durch einen Erreger aus der Influenzavirusgruppe verursacht. In den letzten Jahren war hier das hochpathogene H5N1 Virus vom Typ Asia dominant. Im November 2014 ist darüber hinaus auch das hochpathogene Influenzavirus H5N8 aufgetreten.

Das Virus wurde sowohl in einem Hausgeflügelbestand als auch bei einem Wildvogel in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. Das Auftreten von H5N8 in der Wildvogelpopulation war Anlass für die Ausweisung von Risikogebieten, in denen die Aufstallungspflicht gilt. 

Können sich Menschen anstecken?
Das ist praktisch kaum möglich, denn Menschen stecken sich nur mit diesem Virus bei intensivem Kontakt mit kranken Tieren an, und das äußerst selten. Menschen müssen sehr große Virusmengen aufnehmen, um sich zu infizieren. Ein Erkrankungsfall beim Menschen ist in Deutschland bisher nicht aufgetreten.

Informationen des FLI (Friedrich Loeffler Institut)

Informationen des BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung)

Informationen zu Ausgewählten Fragen und Antworten zur Lebensmittelhygiene des Bundesinstitutes für Risikobewertung

Informationen zu vorkommende Tierseuchen und Tierkrankheiten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Informationen des Robert-Koch-Instituts


Blauzungenkrankheit
Allgemeine Informationen

Nachdem die Blauzungenkrankheit erstmalig in Deutschland im August 2006 im Raum Kölner Bucht aufgetreten ist und sich rasant ausgebreitet hat, konnte die Seuche durch die konsequente Impfung in den Folgejahren zum Stillstand gebracht werden. Seit dem letzten Nachweis von BTV-8 am 17. November 2009 wurde kein weiterer Fall in Deutschland mehr festgestellt.

Im Rahmen eines bereits im Jahr 2007 etablierten Monitoring-Programms wurden umfangreiche serologische und virologische Untersuchungen bei Rindern, Schafen und Ziegen sowie ab 2010 bei Wildwiederkäuern durchgeführt. Diese Untersuchungen ergaben keinen Hinweis auf eine Zirkulation von BTV.

Monitoringuntersuchungen im Land Brandenburg

Deutschland wurde mit Wirkung vom 15. Februar 2012 als frei von Blauzungenkrankheit erklärt.

Weitere Informationen:

Merkblatt


Bovine Spongiforme Encephalopathie (BSE)
Bekämpfung und Überwachung

Seit 5. Dezember 2000, nach der amtlichen Bestätigung des ersten BSE-Falls bei einem Rind in Deutschland im November 2000, werden die Rinderbestände in Deutschland, so auch im Land Brandenburg amtlich überwacht 1) indem geschlachtete, getötete und verendete Rinder einem BSE-Schnelltest unterzogen werden.

Seit 28. April 2015, mit der Aufhebung der BSE-Untersuchungsverordnung, entfällt die Verpflichtung der systematischen Untersuchungen der gesund geschlachteten Rinder auf BSE, soweit sie in Deutschland oder den meisten Mitgliedsstaaten der EU geboren wurden.  Die übrigen BSE-Bekämpfungsmaßnahmen (Entfernung und unschädliche Beseitigung spezifizierten Risikomaterials, Verfütterungsverbot, BSE-Untersuchung von Risikotieren, Testung von Verdachtsfällen) werden beibehalten.

Der Verzicht auf diese systematischen Untersuchungen ist mit der Entscheidung der KOM 2009/719/EG seit mehreren Jahren gemeinschaftsrechtlich zulässig und wird bereits von zahlreichen Mitgliedsstaaten in Anspruch genommen. 

Seit 1. Januar 2002 sind auch bei über 18 Monate alten Schafen und Ziegen Stichprobenuntersuchungen gesetzlich vorgeschrieben.

Die Überwachung erfolgt auf der Grundlage eines Plans der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung und Überwachung der BSE und wird jährlich an die epidemiologische Situation angepasst. 

Von 2001 bis 2006 traten in Brandenburg 17 Fälle von klassischer BSE und 2014 zwei Fälle von atypischer BSE auf (siehe Grafik).

BSE Fälle Statistik

Bei den untersuchten Schafen und Ziegen konnte bisher in keinem Fall BSE amtlich festgestellt werden.

Auf Antrag Deutschlands hat die Europäische Kommission seit Oktober 2007 genehmigt, dass im Rahmen eines amtlich bestätigten BSE-Fall bei Rindern ermittelte unmittelbare Nachkommen und Kohortentiere unter bestimmten Voraussetzungen (keine Verbringung, amtliche Beobachtung) bis zum Ende ihres produktiven Lebens genutzt werden können. Nach Nutzungsende sind die Tiere zu töten und unschädlich zu beseitigen. 

Die Lockerung bestimmter Maßnahmen seitens der EU 2) erfolgt auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse und Entwicklungen und dient nach wie vor dem Ziel der BSE-Tilgung und der Gesundheit des Verbrauchers.


1) Link zum  Adressenverzeichnis VLÜA

http://service.brandenburg.de/lis/detail.php/226572/ 

2) Link zu EU Recht

http://ec.europa.eu/food/index_de.htm

Atypische BSE

Was ist eine atypische BSE?
Die klassische BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathie) wird vermutlich über verunreinigtes Futtermittel übertragen. Die Herkunft der atypischen BSE ist nach derzeitigem Wissensstand weitgehend unbekannt. Die bisherigen Erkenntnisse sprechen für eine spontane Entstehung bei älteren Einzeltieren. Soweit Krankheitssymptome auftreten, unterscheiden diese sich nicht von klassischer BSE. Klassische und atypische BSE lassen sich nur mit labordiagnostischen Methoden unterscheiden. Deshalb werden alle Tiere ab einem bestimmten Alter bei der Schlachtung auf BSE untersucht. Da noch genaue wissenschaftliche Erkenntnisse fehlen, unterscheiden sich die Maßnahmen in der EU-Gesetzgebung nicht.

Ist der Krankheitsherd gut eingrenzbar?
Es handelt sich um eine Einzeltiererkrankung. Die betroffene Herde (80 Tiere) wurde vorsorglich vom Kreisveterinäramt gesperrt, d. h. kein Tier darf geschlachtet oder verkauft werden. Derzeit laufen die epidemiologischen Untersuchungen. Dabei geht es vorrangig darum festzustellen, welche Nachkommen es gibt bzw. welche Tiere in einem bestimmten Zeitraum vor und nach der Geburt des betroffenen Tieres im gleichen Bestand geboren oder zusammen aufgezogen wurden.

Muss der Bestand vernichtet werden?
Nein. In Abhängigkeit von den Ergebnissen der Nachforschungen werden möglicherweise Einzeltiere vorsorglich getötet und untersucht.

Kann die Krankheit auf den Menschen übertragen werden?
Es handelt sich um eine Rinderkrankheit, die weder von Viren noch von Bakterien sondern vermutlich von Prionen ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um infektiöse Proteine. Die Erkrankung kommt vorrangig bei älteren Tieren vor, oft ohne klinische Krankheitsanzeichen. Es handelt sich um eine zentrale nervöse Störung. Eine direkte Übertragung durch Kontakt zwischen Tieren oder zu Menschen ist nicht möglich. Deshalb sind Nachbartierbestände von keiner Reglementierung betroffen. Um eine gesundheitliche Gefährdung der Verbraucherinnen und Verbraucher auszuschließen, darf bis zum Abschluss der Ermittlungen kein Tier geschlachtet oder verkauft werden.

Welche Maßnahmen wurden ergriffen?

Der Bestand (Herde) wurde gesperrt. Es wird gezielt nach Tieren gesucht, die im gleichen Jahr bzw. ein Jahr vorher oder ein Jahr später im gleichen Bestand geboren wurden wie das betroffene Tier. Diese Nachforschung ist von der Europäischen Union (EU) gesetzlich vorgeschrieben, weil davon auszugehen ist, dass diese das gleiche Futter erhalten haben. Gleichzeitig werden Nachkommen des Tieres gesucht, da die Krankheit möglicherweise vom Rind auf die Nachkommen übertragen werden kann. So sollen mögliche weitere betroffene Tiere identifiziert werden. Werden derartige Tiere gefunden, muss entschieden werden, ob sie gleich getötet oder unter amtlicher Aufsicht weiter als Milchkuh oder Mutterkuh genutzt werden können. In jedem Fall werden diese Tiere gesondert gekennzeichnet und nach der Schlachtung deren Fleisch vernichtet.

Wie lange bleibt der Bestand gesperrt?
Bis die epidemiologischen Untersuchungen abgeschlossen sind und die Kohortentiere ermittelt werden konnten
. Das kann aufgrund des Alters der Kuh einige Zeit in Anspruch nehmen.

Was bedeutet das für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Alle Maßnahmen werden vorsorglich durchgeführt, um von vornherein eine gesundheitliche Gefährdung von Verbrauchern zu verhindern. So werden bei allen Rindern Risikomaterialen (Rückenmark, Gehirn etc.) bei der Schlachtung entfernt und vernichtet. Ab einem bestimmten Alter sind für alle Tiere nach der Schlachtung BSE-Tests vorgeschriebenen. Jährlich werden in Brandenburg 8.000 bis 10.000 geschlachtete und verendete Rinder auf BSE getestet, von 2007 bis 2013 alle ohne Befund. Bei Routinekontrolle wurde jetzt das betroffene Tier gefunden. Das heißt die Kontrollen greifen. Betroffene Tiere gelangen weder jetzt noch später in den Ernährungskreislauf. Jeder kann beruhigt sein Steak essen.

Weitere Informationen:

BSE-Fälle in Brandenburg

In den Jahren 2001 bis 2014 traten insgesamt 19 Fälle von BSE auf. Seit 2015 wurden keine Fälle mehr von BSE festgestellt.


(Für ausführliche Informationen zu den Fällen bitte auf die Jahreszahlen in der Tabelle klicken.)

Jahr Anzahl
2001 3
2002 4
2003

3

2004 3
2005 3
2006 1
2007-2013

0

2014 2


2001

1. Fall

Am 26. Januar 2001 wurde für ein im niedersächsischen Nordhorn geschlachtetes Rind aus dem Landkreis Havelland durch ein Hamburger Labor zunächst ein BSE-Verdacht ausgesprochen. Der Herkunftsbestand wurde sofort gesperrt. Betroffen waren 449 Tiere, davon 316 Milchkühe, 3 Bullen, 59 Jungrinder und 71 Kälber. Bei den Futtermitteln wurden Proben gezogen. Alle Proben waren frei von Tiermehl und Tierfett.


Die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Tübingen bestätigte am 31. Januar 2001 die BSE-Erkrankung bei der 1996 in Brandenburg geborenen Kuh.

Die gesamte Herde wurde am 8. Februar 2001 getötet und unschädlich beseitigt. Bei sämtlichen Tieren wurden für BSE-Tests Proben entnommen, die alle negativ waren.

2. Fall

Am 3. August 2001 wurde im Landkreis Uckermark der zweite BSE-Fall im Land Brandenburg amtlich festgestellt. Ein Test der Tübinger Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere hatte das BSE-typische Prion-Protein nachgewiesen. Das infizierte Rind wurde fünf Jahre zuvor in Mecklenburg-Vorpommern geboren und dort bis zum Verkauf an den brandenburgischen Betrieb gehalten. Das Tier stand in dem uckermärkischen Betrieb lediglich 14 Tage. Aufgrund der kurzen Aufenthaltszeit in diesem Betrieb konnte dieser als Quelle der Infektion ausgeschlossen werden.

Im Unterschied zum ersten BSE-Fall im Landkreis Havelland bestand in diesem Fall kein Anlass zur Tötung des Bestandes.

3. Fall

Am 28. Dezember 2001 wurde im Landkreis Oberhavel bei einem Rind BSE amtlich festgestellt. Der betroffene Teilbestand wurde sofort gesperrt. Bei dem Rind handelte es sich um ein fast 6 Jahre altes und in dieser Anlage geborenes Tier. Es wurde geschlachtet, ohne dass Anzeichen einer Erkrankung vorlagen. Die vorgeschriebene Gehirnprobe wurde im Staatlichen Veterinär- und Lebensmitteluntersuchungsamt Frankfurt (Oder) untersucht und im BSE-Schnelltest positiv getestet. Dieses Ergebnis wurde durch die Bundesforschungsanstalt für Viruserkrankungen der Tiere bestätigt. Bei der weiteren Recherche wurden alle Rinder der Geburts- und Fütterungskohorte des betroffenen Rindes ermittelt, insgesamt 76 Tiere, die im Zeitraum von 12 Monaten vor und 12 Monate nach dem erkrankten Rind im Bestand geboren wurden. Diese Tiere sowie vier direkte Nachkommen wurden vorsorglich getötet und unschädlich beseitigt. Die bei den getöteten Rindern entnommenen Gehirnproben erwiesen sich als BSE-negativ.

Nach abgeschlossener Reinigung und Desinfektion konnten die Sperrmaßnahmen zum 4. Januar 2002 aufgehoben werden.


2002

4. Fall

Bei einem am 9. Januar 2002 verendeten Rind aus einem Landwirtschaftsbetrieb im Landkreis Teltow-Fläming erwies sich die Untersuchung einer Stammhirnprobe im Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, Laborbereich Potsdam, als BSE-positiv. Der Bestand im Landkreis Teltow- Fläming wurde gesperrt.

Der Befund wurde von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere am 19. Januar bestätigt.


Bei dem verendeten Rind handelt es sich um ein über sechseinhalb Jahre altes Tier, das in diesem Bestand geboren wurde. Die Milchkuh war im hochtragenden Stadium ohne Symptome, die für BSE sprechen, verendet. Gemäß der EU-Regelungen wurden die Geburts- und Fütterungskohorte sowie die direkten Nachkommen des verendeten Rindes getötet. Dabei handelte es sich um 3 Nachkommen und 37 Kohortentiere. Die bei den getöteten Rindern entnommenen Gehirnproben waren BSE-negativ. Damit handelt es sich auch bei diesem BSE - Ausbruch um eine Einzeltiererkrankung im Bestand.

Nach abgeschlossener Reinigung und Desinfektion konnten die Sperrmaßnahmen am 24. Januar 2002 aufgehoben werden.

5. Fall

Am 20. August 2002 wurde bei einem Rind aus den Landkreis Dahme-Spreewald durch die BFAV Insel Riems ein positiver BSE-Befund festgestellt. Die Milchkuh war am 13. August 2002 krank geschlachtet worden, ohne dass Symptome auf BSE hinwiesen. Das Rind war 1994 in der Prignitz geboren worden. Aus dem Rinderpass geht hervor, dass die Mutter eine tschechische Nummer trug.

Für drei noch lebende Rinder aus der Geburtkohorte wurde die amtliche Tötung angeordnet.

6. Fall

Bei einem Rind aus dem Landkreis Uckermark wurde am 18. November 2002 BSE amtlich festgestellt. Das Tier wurde 1996 in den Niederlanden geboren und im April 2002 mit 22 weiteren Rindern in die Uckermark verbracht. Am 5. November 2002 wurde bei dem Rind im Rahmen einer Schlachttieruntersuchung ein gestörtes Allgemeinbefinden festgestellt. Daraufhin erfolgte die Tötung und Ablieferung bei der Tierkörperbeseitigungsanlage Malchin, wo eine Gehirnprobe für den BSE-Test entnommen und im Untersuchungsamt Rostock mit positivem Befund untersucht wurde. Der Befund wurde durch die BFAV Riems bestätigt. Auf Weisung des Amtstierarztes wurde die Kohorte (23 Tiere), die aus dem selben holländischen Betrieb stammten getötet. Die Untersuchungen der getöteten Rinder verliefen alle mit BSE-negativem Befund. Somit konnte nach abgeschlossener Reinigung und Desinfektion die Bestandssperre vom zuständigen Amtstierarzt am 21. November 2002 aufgehoben werden.

Dieser BSE-Fall ist statistisch den Niederlanden zuzuordnen, da das infizierte Rind erst seit April 2002 in Brandenburg stand und die Infektion somit in den Niederlanden erfolgt sein muss.

7. Fall

Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wurde bei einer am 9. Dezember 2002 getöteten sechs Jahre alten Milchkuh bei der routinemäßigen Untersuchung BSE amtlich festgestellt. Der Nachweis von BSE-Prionen-Protein im Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft in Frankfurt (Oder) ist vom nationalen BSE-Referenzzentrum Insel Riems bestätigt worden. Im Umfeld des betroffenen Rindes wurden 132 Kohortentiere sowie zwei direkte Nachkommen ermittelt, die am 4. Januar 2003 vorsorglich getötet wurden.

Die bei den getöteten Rindern entnommenen Gehirnproben erwiesen sich als BSE-negativ.


2003

8. Fall

Bei einem am 24. September 2003 in einem niedersächsischen Schlachthof geschlachteten Rind aus der Prignitz wurde BSE festgestellt. Das betroffene Rind wurde am 23. Dezember 1995 im Herkunftsbestand geboren. Der Bestand wurde nach Bekanntwerden des Verdachtes sofort gesperrt. Im Ergebnis der epidemiologischen Ermittlungen wurden zwei Nachkommen festgestellt, wovon einer zu Forschungszwecken der Universität Göttingen zur Verfügung gestellt wurde. Der zweite Nachkomme wurde am 30. September 2003 getötet.

Nach erfolgter Reinigung und Desinfektion konnte die Sperre des Betriebes am 8. Oktober 2003 wieder aufgehoben werden.

9. Fall

Am 26. September 2003 verendete ein Rind im Landkreis Oberhavel. Das Rind wurde am 24. Dezember 1999 geboren. Bei der Untersuchung durch das Landesamt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft Frankfurt (Oder) wurde ein BSE-positives Ergebnis ermittelt, welches vom Nationalen Referenzlabor Riems bestätigt wurde.

Der Bestand mit 364 Rindern wurde nach Bekanntgabe des Verdachtes umgehend gesperrt und die Kohorte ermittelt.
Am 16. Oktober 2003 erfolgte die Tötung und unschädliche Beseitigung der Kohorte (61 Tiere) sowie eines Nachkommen des an BSE erkrankten Rindes. 

Nach erfolgter Reinigung und Desinfektion konnte die Sperre des Betriebes am 21. Oktober 2003 wieder aufgehoben werden.

10. Fall

Bei einem am 10. November 2003 in NRW geschlachteten Rind aus dem Landkreis Uckermark wurde in einer im Rahmen der Schlachttieruntersuchung entnommenen Gehirnprobe im staatlichen Veterinäruntersuchungsamt Detmold BSE-Prion-Protein nachgewiesen. Das Ergebnis wurde durch die Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere am 14. November 2003 bestätigt. Nach Ermittlung der Kohortentiere und Nachkommen und der vorsorglichen Tötung von 52 Tieren im Bestand konnte nach erfolgter Reinigung und Desinfektion die Sperre des Betriebes am 3. Dezember 2003 wieder aufgehoben werden.


Die bei der Tötung der Kohortentiere entnommenen Proben erzielten ein negatives Ergebnis.


2004

11. Fall

Durch den Amtstierarzt des Landkreises Uckermark wurde am 4. Mai 2004 bei einem Rind BSE amtlich festgestellt. Das Tier war zuvor wegen einer Fraktur euthanasiert worden und unterlag in der Tierkörperbeseitigungsanstalt der routinemäßigen BSE-Beprobung.


Im Rahmen der epidemiologischen Ermittlungen wurden 156 Tiere der Geburts- und Fütterungskohorte sowie der direkten Nachkommen identifiziert, die getötet werden mussten. Deren Untersuchungsergebnisse zeigten ausnahmslos einen negativen Befund, so dass die Sperrmaßnahmen wieder aufgehoben werden konnten.

12. Fall

Bei einer am 28. Oktober 2004 notgeschlachteten Kuh, geboren am 9. Juli 1998, gehalten in einem Bestand im Landkreis Oder - Spree ist im Landeslabor Brandenburg BSE-Protein nachgewiesen worden. Der Befund wurde am 3. November 2004 durch das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems bestätigt. Die amtliche Feststellung erfolgte am 03. November 2004. 
Im Rahmen der epidemiologischen Ermittlung wurden 35 Kohortentiere sowie 2 direkte Nachkommen im Bestand ermittelt, die getötet wurden. Weitere 20 Rinder wurden über Viehhändler in die Niederlande verkauft, die Behörden wurden informiert.


Die Untersuchungsergebnisse der getöteten Tiere zeigten ausnahmslos negative Befunde, so dass die Sperrmaßnahmen am 11. November 2004 aufgehoben werden konnten.

13. Fall

Bei einem am 27. Oktober 2004 notgetöteten weiblichen Rind, geboren am 16. Januar 1999 in einem Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern, in einem Bestand im Landkreis Prignitz seit dem 3. Mai 1999 gehalten, wurde durch das Landeslabor Brandenburg Prion-Protein nachgewiesen. Der Befund wurde am 5. November 2004 durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Daraufhin erfolgte die amtliche Feststellung am 8. November 2004.
16 Rinder der ermittelten Kohorte wurden in andere Mitgliedstaaten verbracht, die Behörden wurden informiert. 
Im betroffenen Bestand wurden 2 Kohortentiere sowie 3 direkte Nachkommen ermittelt und getötet. Die Untersuchungsergebnisse der getöteten Rinder sind negativ. 


Die Sperrmaßnahmen konnten aufgehoben werden.


2005

14. Fall

Bei einer am 1. Februar 2005 geschlachteten Kuh, geboren am 4. November 2000, gehalten in einem Bestand in der Uckermark ist im Landeslabor Brandenburg BSE-Protein nachgewiesen worden. Der Befund wurde am 3. Februar 2005 durch das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems bestätigt. Die amtliche Feststellung erfolgte am 4. Februar 2005.
Im Rahmen der epidemiologischen Ermittlung wurden 554 Kohortentiere sowie 2 direkte Nachkommen im Bestand ermittelt, die getötet wurden.
Die Untersuchungsergebnisse der getöteten Tiere zeigten ausnahmslos negative Befunde.


Nach abgeschlossener Reinigung und Desinfektion konnten somit die Sperrmaßnahmen am 16. Februar 2005 aufgehoben werden.

15. Fall

Am 21. April 2005 wurde eine Kuh aus einem Bestand in Oberhavel, geboren am 2. November 1999, in Mecklenburg-Vorpommern geschlachtet. Das Rostocker Landeslabor erstellte einen nicht negativen Befund. Durch das Friedrich-Loeffler-Institut wurde der BSE-positive Befund bestätigt. Die amtliche Feststellung erfolgte am 25. April 2005 durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Oberhavel. Die ermittelte Geburts- und Fütterungskohorte umfasste 358 Tiere, wovon bereits 52 Tiere verendet und weitere 248 geschlachtet waren. Die verbliebenen 58 Tiere sowie ein Nachkomme wurden getötet und zeigten bei der nachfolgenden Untersuchung ausnahmslos negative Befunde.


Nach abgeschlossener Reinigung und Desinfektion wurde die Bestandssperre zum 5. Mai 2005 wieder aufgehoben.

16. Fall

Ein am 25. April 2005 in Bad Bramstedt geschlachtetes Rind, geboren am 29. Februar 2000 in einem Betrieb in Frankfurt (Oder), wurde im Untersuchungsamt Neumünster ein nicht negativer Befund erhoben. Die fragliche Probe kam am 27. April 2005 zur Abklärung in das Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems. Am 29. April 2005 wurde der positive BSE-Befund durch das Institut bestätigt. Die amtliche Feststellung durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Frankfurt (Oder) erfolgte am 30. April 2005 Von den 62  Tieren der Geburts- und Fütterungskohorte waren bereits 9 Tiere verendet und 43 geschlachtet. Die verbliebenen 8 Tiere sowie ein Nachkomme wurden getötet. Die Untersuchung ergab negative Befunde für alle getöteten Tiere. 


Die Bestandssperre wurde am 3 Mai 2005 aufgehoben.


2006

17. Fall

Bei zwei geschlachteten Rindern aus dem Landkreis Dahme-Spreewald wurden am 5. September 2006 im Landeslabor Brandenburg Gehirnproben mit reaktivem Ergebnis auf BSE untersucht. Die endgültige Abklärung im Referenzlabor des Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems führte bei einem Tier zu einem positiven Ergebnis. Bei dem BSE-positiven Tier handelt es sich um ein 7 Jahre altes Rind aus einem Bestand von 454 Rindern, davon 203 Milchkühe. Der Bestand wurde am 5. September 2006 gesperrt.


Durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Dahme-Spreewald wurden 22 Kohortentiere ermittelt, die getötet und mit negativem Ergebnis untersucht wurden. Daraufhin konnte die Bestandssperre aufgehoben werden.


2014

18. Fall

Am 30. Dezember 2013 wurde eine Kuh aus einem Mutterkuhbestand im Landkreis Oder-Spree, geboren am 29. Juli 2003 in diesem Bestand, in einer Schlachtstätte im Landkreis Oder-Spree ohne Anzeichen einer klinischen Erkrankung geschlachtet. Der vorgeschriebene BSE-Schnelltest, durchgeführt im Landeslabor Berlin-Brandenburg, reagierte positiv. Der BSE-positive Befund wurde vom nationalen TSE-Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt und als atypische BSE (L-Typ) klassifiziert. Auf dieser Grundlage erfolgte die amtliche Feststellung des BSE-Falls am 9. Januar 2014 durch das Veterinäramt Oder-Spree. Die ermittelten 2 Nachkommen und 5 Kohortentiere befanden sich im Betrieb, wurden getötet und unschädlich beseitigt. Die Untersuchung dieser Tiere auf BSE verlief negativ.


Die Bestandssperre wurde am 16. Januar 2014 aufgehoben.

19. Fall

Bei einem am 30. Januar 2014 im Landkreis Minden-Lübbecke (NRW) geschlachteten Rind, geboren am 1. Oktober 2002, gehalten in einem Bestand im Landkreis Märkisch-Oderland wurde im Untersuchungsamt Ostwestfalen-Lippe ein positives BSE-Schnelltestergebnis ermittelt. Das nationale TSE-Referenzlabor bestätigte den Nachweis von TSE-typischen Prion-Protein und klassifizierte den Befund als atypische BSE vom H-Typ. Daraufhin erfolgte die amtliche Feststellung des BSE-Falls am 5. Februar 2014. Von den ermittelten Nachkommen und Kohortentieren befand sich noch 1 Rind im Bestand. Dieses Tier wurde getötet und unschädlich beseitigt. Die Untersuchung auf BSE erbrachte ein negatives Ergebnis.


Die Bestandssperre wurde am 13. Februar 2014 aufgehoben.


Maul- und Klauenseuche
Schutzmaßnahmen

In vielen Regionen Afrikas und Asiens tritt immer wieder die für Klauentiere (insbesondere Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen) so gefährliche Maul- und Klauenseuche auf!

Diese Krankheit ist nicht auf den Menschen übertragbar, sie ist jedoch eine hochgradig ansteckende Viruskrankheit, welche zu schweren wirtschaftlichen Verlusten bei den empfänglichen Tierarten führen kann und daher immer zu Sperrmaßnahmen zwingt.

In Deutschland wurde die Maul- und Klauenseuche unter großem Aufwand ausgerottet. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass Erreger dieser Seuche unbeabsichtigt aus betroffenen Regionen nach Deutschland eingeschleppt werden und so Leben und Gesundheit der einheimischen Klauentiere gefährden.

Der Seuchenerreger wird von infizierten Tieren weitergegeben, kann aber auch durch Fleisch und Milch sowie deren Produkte, durch Häute, Felle und Trophäen, aber auch Kleider und Schuhe oder andere Gegenstände aus infizierten Gegenden übertragen werden.

Aus Afrika und Asien kommende Menschen sollten die folgenden Vorsichtsmaßnahmen beachten:

Informieren Sie die zuständigen Zoll- oder Veterinärbeamten bei der Einreise, falls Sie

  • tierische Produkte für den eigenen Verzehr, als Geschenk oder zum Handel in Ihrem Gepäck mit sich führen oder
  • in den letzten 2 Wochen vor Ihrer Einreise nach Deutschland ein Gehöft, in dem Rinder, Schafe, Ziegen oder Schweine gehalten wurden besucht haben.

Falls Sie ein Gehöft besucht haben, sollten Sie Ihre Schuhe und Kleidung reinigen und desinfizieren und für mindestens eine Woche den Besuch von Gehöften oder anderen Einrichtungen mit empfänglichen Tieren vermeiden.

Zusätzlich bitten wir Sie, folgende Maßnahmen strengstens zu beachten:

  • Füttern Sie niemals Tiere, auch keine Schweine, mit Speiseresten!
  • Speisereste sind in Plastikbeuteln verpackt in die dafür vorgesehenen hermetisch schließenden Abfallbehälter zu verbringen!

Bovine Herpes Virus Typ 1 - Infektion
Begriffsbestimmung

Die BHV1-Infektion (bisher IBR /IPV-Infektion) ist eine spezifische Viruserkrankung der Rinder, die durch das Bovine Herpes Virus Typ 1 (BHV1) verursacht wird. Sie tritt in mehreren Erscheinungsformen auf, vorrangig als akute fieberhafte Erkrankung der Atemwege sowie der Geschlechtsorgane bei weiblichen und männlichen Tieren, häufig auch als stumme Infektion ohne deutliche Krankheitsanzeichen. Die BHV1-Infektion ist eine anzeigepflichtige Tierseuche!

Erreger

Der Erreger der BHV1-Infektion ist ein an das Rind angepasstes Herpesvirus. Nach dem Eindringen des Virus in den Wirtskörper über die Schleimhäute der Atemwege (Tröpfcheninfektion) oder die Genitalschleimhäute vermehrt es sich und führt zu einer allgemeinen Infektion. Wenn das Rind nach 10 bis 14 Tagen spezifische Antikörper bildet, kann das Virus in das Innere des Körpers (Nervenzellen) zurückgedrängt werden, wo es reaktionslos verharrt. Dies ist der Grund, warum ein einmal infiziertes Tier lebenslang als Virusträger betrachtet werden muss. Gerät ein solches infiziertes Rind in eine Stressituaion (z. B. Umstallung, Transporte, Geburt), kann es wiederum infektiöses Virus ausscheiden und andere Rinder infizieren.

Krankheit

Die BHV1-Infektion kann ohne deutliche Krankheitsanzeichen verlaufen, aber auch heftige Symptome auslösen. Die häufigsten Krankheitszeichen sind Entzündungen des Nasen-Rachenraumes, der Luftröhre und der Lunge sowie der Lidbindehäute. Die Erkrankung kann mit hohem Fieber einhergehen und wenn Komplikationen auftreten, auch zu Todesfällen führen. Eine andere Form der BHV1-Infektion ist die Erkrankung der Schleimhäute der Geschlechtsorgane bei weiblichen und männlichen Rindern. Sie führt zu typischen Veränderungen an der Scheide von Färsen oder Kühen bzw. Penis und Vorhaut bei Bullen. Auch Verkalbungen als Folge der Infektion kommen vor. Bei dem Verdacht auf eine BHV1-Infektion müssen labordiagnostische Untersuchungen zur Bestätigung herangezogen werden. Die Infektion kann durch direkten Virusnachweis oder indirekten Antikörpernachweis bestätigt oder ausgeschlossen und von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden.

Vorbeugen gegen BHV1-Infektionen

Die häufigste Ansteckungsquelle für BHV1-Infektionen sind infizierte Tiere, die in eine freie Herde eingestellt werden. Deshalb Vorsicht bei Tierzukäufen! Es dürfen nur Tiere aus Herden mit gleichem Gesundheitsstatus (BHV1) eingestellt werden. In einen BHV1-freien Bestand dürfen nur nachweislich BHV1-freie Rinder verbracht werden. Dazu ist eine amtstierärztliche Bescheinigung erforderlich. Besonders wichtig ist die Einhaltung  einer vierwöchigen Quarantäne, an deren Ende eine Blutuntersuchung erfolgen sollte. Auch die Kontaktmöglichkeiten mit infizierten Herden bei Weidehaltung müssen beachtet werden. Dass nur BHV1-freie Deckbullen bzw. Sperma BHV1-freier Besamungsbullen zum Einsatz kommen dürfen, ist eine selbstverständliche Forderung. Nach jedem Ausstellungsbesuch ist an die Quarantänisierung der zurückgenommenen Tiere zu denken! Der BHV1-freie Status von Einzeltieren oder der gesamten Herde muss regelmäßig (alle 5 bis 7 Monate) mittels Blut- oder Milchprobenuntersuchung bestätigt werden.

Weitere Informationen:

Merkblatt


Hygienemaßnahmen bei Wiederkäuern