Trinkwasser

Trinkwasser wird aus dem Oberflächen- oder Grundwasser gewonnen und grundsätzlich erst nach einer Aufbereitung an den Verbraucher abgegeben. Natürliche Mineral- und Heilwässer zählen dagegen nicht zum Trinkwasser.

Es wird zu unserer eigenen täglichen Versorgung, zum direkten Verbrauch im Haushalt, zur Zubereitung von Getränken und Speisen, aber auch zur Körperpflege und Reinigung in ausreichender Menge und Qualität benötigt. Auch Gegenstände, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen mit Trinkwasser gereinigt werden. Brandenburger Trinkwasser entspricht den Grundsätzen der Weltgesundheitsorganisation und ist entsprechend der europäischen Trinkwasserrichtlinie und der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) genusstauglich, rein, geschmacksneutral und frei von Krankheitserregern.

Für die Trinkwassergewinnung des Landes Brandenburg wird fast ausschließlich Grundwasser verwendet. Nur zu einem geringen Teil wird auch Uferfiltrat genutzt, das aus Brunnen in unmittelbarer Nähe zu Oberflächengewässern gewonnen wird. Wasserschutzzonen und die Gewinnung von Rohwasser aus Tiefbrunnen bietet für das Brandenburger Trinkwasser ein hohes Schutzniveau. Der Bericht zur Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg belegt, dass das Brandenburger Trinkwasser eine gute bis sehr gute Qualität aufweist. Über zwei Millionen Verbraucherinnen und Verbraucher Brandenburgs werden in 80 zentralen Wasserversorgungsgebieten mit Trinkwasser versorgt.

In der rechten Spalte finden Sie weiterführende Informationen zu Studien und wissenschaftlichen Informationen zur Qualität und Kontrolle von Trinkwasser, Schwimm- und Badebeckenwasser. Unter folgendem Link können Sie die Trinkwasseruntersuchungsstellen des Landes einsehen.

Anforderungen an die Trinkwasserqualität

Das für die Bürger bestimmte Trinkwasser muss, wenn es aus dem öffentlichen Trinkwassernetz oder einer Einzelwasserversorgungsanlage entnommen wird, den strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) entsprechen. Damit wird die europäischen Trinkwasserrichtlinie (RL 83/98/EG) in nationales Recht umgesetzt und die Anforderungen an die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch für die Bundesrepublik Deutschland einheitlich geregelt. Neben dem eigentlichen Trinkwasser, dass vor allem im häuslichen Gebrauch eingesetzt wird, findet auch das Wasser für die Verwendung in Lebensmittelbetrieben Berücksichtigung.

Für die Reinheit und gesundheitliche Unbedenklichkeit des Trinkwasser bis zur Wasseruhr oder zum Wasserhahn sind die Wasserversorger und Eigentümer von Wasserversorgungsanlagen verantwortlich. Im Rahmen von Eigenkontrollen der Wasserversorger und von amtlichen Überwachungen durch die Gesundheitsämter wird das Trinkwasser regelmäßig kontrolliert und überwacht. Die Wasserversorger dürfen Trinkwasser aus Wasserversorgungsanlagen in das Trinkwassernetz nur abgeben, wenn es den Anforderungen der TrinkwV entspricht.

Um Infektionen des Menschen durch Krankheitskeime aus dem Trinkwasser auszuschließen, müssen strenge Anforderungen an die Gesundheits- und Reinheitsparameter für Trinkwasser bei den mikrobiologischen Parametern erfüllt werden. Wenn diese Normen nicht eingehalten werden können, wird das Wasser einem Aufbereitungsverfahren, erforderlichenfalls unter Einschluss einer Desinfektion, nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik unterzogen. Die Liste der zugelassenen Aufbereitungsstoffe wird regelmäßig nach Anhörung der Trinkwasserkommission beim Umweltbundesamt durch das Bundesministerium für Gesundheit im Bundesgesundheitsblatt veröffentlicht.

Bei den chemischen Stoffen wird unterschieden zwischen Parametern, deren Konzentration sich im Trinkwasserverteilungsnetz einschließlich der Trinkwasserinstallation (Hausinstallation) in der Regel nicht mehr erhöht und in Parameter, deren Konzentration sich im Trinkwasserverteilungsnetz einschließlich der Trinkwasserinstallation verändern kann. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Schwermetallen Blei, Kupfer und Nickel, weil die Konzentration dieser Metalle von verschiedenen Faktoren nachteilig beeinflusst werden kann. Es muss sichergestellt werden, dass es zu keinen nachteiligen Veränderungen hinsichtlich der Beschaffenheit des Trinkwassers innerhalb des gesamten Trinkwassernetzes kommt. 

Wie bei den mikrobiologischen Parametern wird auch bei der Festlegung von Grenzwerten für chemische Stoffe der wissenschaftlich technische Erkenntnisfortschritt berücksichtigt. Deshalb gibt es erneut Bestrebungen in Deutschland und auf europäischer Ebene die gesetzlichen Vorgaben weiter zu harmonisieren und fortzuschreiben.

Mit den bestehenden Regelungen der TrinkwV wurde die stufenweise Absenkung des Grenzwertes für Blei im Trinkwasser bis 2013 festgelegt, um das gesundheitliche Risiko weiter zu reduzieren.

Im Rahmen einer Studie war in den Jahren 2004/05 Trinkwasser ausgewählter Wasserversorgungsunternehmen auf die Urankonzentration untersucht worden. Der vom Umweltbundesamt festgelegte Leitwert von 10µg/l Uran im Trinkwasser war in allen Proben deutlich unterschritten. Hinsichtlich des Schwermetalls Uran wird für das Land Brandenburg derzeit kein Gefährdungspotential gesehen.

Trinkwasserüberwachung

In der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind die Zuständigkeiten und Aufgaben der Unternehmer und sonstigen Inhaber von Wasserversorgungsanlagen sowie der überwachenden Gesundheitsbehörden klar und eindeutig zugeordnet. Für die amtliche Überwachung nach der TrinkwV sind in den Landkreisen und kreisfreien Städten die Gesundheitsämter oder Fachbereiche für Gesundheit zuständig. Die Fachaufsicht führt das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) als Oberste Landesbehörde.

Der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Wasserversorgungsanlage ist verantwortlich, dass im abgegebenen Wasser Krankheitserreger und chemische Stoffe nicht in solchen Konzentrationen enthalten sind, welche die Gesundheit der Bürger schädigen. Um dies sicherzustellen, führen die Eigentümer von Wasserversorgungsanlagen in Trinkwasseruntersuchungsstellen regelmäßige Untersuchungen zur Überprüfung der Einhaltung von Grenzwerten nach einheitlichen Analysenverfahren durch. Der Unternehmer oder sonstige Inhaber einer Trinkwasserinstallation ist verpflichtet, die Ergebnisse dieser Untersuchungen aufzuzeichnen oder aufzeichnen zu lassen. Weiterhin müssen diese Ergebnisse innerhalb von 14 Tagen dem zuständigen Gesundheitsamt übergeben werden. Dazu wurde von der obersten Landesbehörde ein zu verwendendes Format festgelegt.

Durch die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte werden zusätzliche Proben entnommen und in festgelegten Trinkwasseruntersuchungsstellen analysiert.

Im Rahmen von speziellen Überwachungsprogrammen werden von den Gesundheitsämtern Trinkwasserinstallationen kontrolliert, aus denen Wasser für die Öffentlichkeit bereitgestellt wird. Hierzu gehören Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindereinrichtungen, Schulen, Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und Gaststätten. Wenn festgestellt wird, dass einzelne Grenzwerte überschritten worden sind, hat das zuständige Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Wasserversorger oder dem Inhaber einer Trinkwasserinstallation erforderliche Maßnahmen festzulegen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen können befristet Grenzwerteüberschreitungen zugelassen oder von Maßnahmen abgesehen werden. Die Entscheidung darüber trifft das Gesundheitsamt unter Beteiligung der obersten Landesbehörde.

In einem jährlichen Bericht zur Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg werden die Untersuchungsergebnisse zusammengefasst und zur Berichterstattung an die Europäische Union dem Bundesministerium für Gesundheit übergeben.

Jeder Verbraucher kann durch sein eigenes Verhalten die Trinkwasserqualität im Haushalt mit beeinflussen. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Wasserversorger oder Gesundheitsamt beraten.

Weitere Informationen:

Trinkwasserverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. März 2016 (BGBl. I S. 459), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 3. Januar 2018 (BGBl. I S. 99) geändert worden ist.

Bericht zur Trinkwasserqualität

In Brandenburg werden 82 Prozent der Bevölkerung und somit 2 Millionen Menschen von 80 Wasserversorgungsgebieten, die mehr als 5000 Einwohner versorgen oder mehr als 1000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag im Durchschnitt liefern, versorgt. Der Anteil von nicht zentral versorgten Haushalten, die im Rahmen von Einzelwasserversorgung (Hausbrunnen) eine eigene Versorgung durchführen, ist insofern sehr gering. Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch der Haushalte in Brandenburg beträgt rund 101,6 Liter/Einwohner/Tag und liegt unterhalb des Bundesdurchschnitts von rund 127 Litern.

Kurzinformation zur Wasserversorgung
Berichtszeitraum 2016 Stand: 30. August 2017
1. Gesamtzahl der Wasserversorgungsgebiete, die mehr als 5000 Einwohner versorgen
oder mehr als 1000 m3 pro Tag im Durchschnitt liefern
 
80
2a  Gesamtzahl der Bevölkerung, die mit dem Wasser dieser Anlagen versorgt wird 
 
2.080.000
2b Gesamtbevölkerungszahl Land Brandenburg
 
2.500.000
3. Gesamtmenge der jährlichen Wasserabgabe dieser Wasserversorgungsanlagen (in m3 )
 
106.612.000
4. Anzahl der Wasserversorgungsanlagen, die hauptsächlich oder vollständig zur Nahrungsmittelproduktion verwendet werden 
 
1
5. Hauptwasserquellen und deren jeweiliger Anteil am Jahresverbrauch
 
a) Oberflächenwasser -
b) Grund- und Quellwasser 94 %
c) sonstige (z.B. Uferfiltrat) 6 %

Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden von den Wasserversorgungsunternehmen regelmäßig oder auch auf Nachfrage über die Qualität des Trinkwassers informiert. Die nachfolgende Übersicht zur Untersuchungshäufigkeit und der geringen Anzahl von Grenzwertüberschreitungen belegt die gute Qualität des Trinkwassers im Land Brandenburg.

Jahresüberblick 2016 über die Gesamtqualität
KontrolleParameterAnzahl der 
Messungen *
davon 
> ZHK 1
Anlage 4, Teil 1 a)
(zu § 14 Abs. 2)
Routinemäßige Untersuchungen
Aluminium 381 0
Ammonium 1.823 8
Clostridium perfingens (einschl. Sporen) 404 0
Coliforme Bakterien 2.213 38
Eisen 1.848 8
Elektrische Leitfähigkeit 1.776 0
Escherichia coli (E. coli) 2.208 0
Färbung 1.903 6
Geruch 1.748 0
Geschmack 1.480 0
Koloniezahl bei 22 °C 2.179 13
Nitrit 371 0
Trübung 1.915 0
Wasserstoffionen - Konzentration 2.025 4

Anlage 4, Teil 1 b)
(zu § 14 Abs. 2) Umfassende 

Untersuchungen

1,2-Dichlorethan 413 0
Acrylamid anlassbezogen
Antimon 254 0
Arsen 254 0
Benzo-(a)-pyren 257 0
Benzol 225 0
Blei 291 0
Bor 288 0
Bromat 251 0
Cadmium 256 0
Chlorid 546 0
Chrom 247 0
Clostridium perfringens (einschl. Sporen) 404 0
Cyanid 246 0
Enterokokken 874 0
Epichlorhydrin anlassbezogen
Färbung (spektr. Abs.koeff. HG 436 nm) 1.903 6
Fluorid  255 0
Geruchsschwellenwert  1748 0
Gesamtrichtdosis mSv/ Jahr
Geschmack  1.480 0
Kupfer  348 0
Mangan  1.689 14
Natrium  527 0
Nickel  344 0
Nitrat  568 0
Organisch gebundener Kohlenstoff (TOC)  330  0
Oxidierbarkeit 177 0
Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte insgesamt  84  0
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe  232 1
Quecksilber  252  0
Selen  245 0
Sulfat  661  2
Tetrachlorethen und Trichlorethen  268 0
Trihalogenmethane  302  0
Tritium (Bq/l)  0  0
Vinylchlorid  anlassbezogen  
Uran 247 0

* unter "Messungen" werden nur verifizierte Befunde verstanden, die Anzahl der Messungen richtet sich nach dem Mindestuntersuchungsumfang nach der TrinkwV 2001
1 ZHK = Zulässige Höchstkonzentration (entspricht Grenzwerten nach TrinkwV 2001)

Die geringe Anzahl von Überschreitungen bei den Parametern coliforme Bakterien und Mangan haben unterschiedliche Ursachen. In der Regel sind solche geringfügigen Belastungen auf einen kleinen Zeitraum begrenzt und stellen keine Gesundheitsgefährdung dar.

Aufgaben und Organisation

Für die amtliche Überwachung nach der Trinkwasserverordnung sind ebenfalls die in den Landkreisen und kreisfreien Städten angesiedelten Gesundheitsämter oder Fachbereiche für Gesundheit zuständig. Die Fachaufsicht führt das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) als Oberste Landesbehörde.

Messprogramm Chrom (VI) im Trinkwasser

Ergebnisse des Messprogrammes „Chrom (VI) im Trinkwasser“ liegen vor

Mit einem Monitoring des Landes Brandenburg im Dezember 2016 wurde ein Überblick über das Vorkommen von Chrom (VI) im Trinkwasser von 80 großen Wasserversorgungsgebieten, in denen mehr als 80% der Gesamtbevölkerung Brandenburgs versorgt werden, gewonnen. Alle Messwerte liegen unterhalb einer Konzentration von 0,00006 mg/l Chrom (VI) im Trinkwasser. Chrom (Cr) ist ein geschmackloses und geruchloses metallisches Element. Es ist natürlicherweise in Gesteinen, Böden, Pflanzen und in Tieren zu finden. Für den Menschen gilt es als essentielles Spurenelement, das z. B. bei der Synthese von Proteinen eine Rolle spielt und möglicherweise als ein Bestandteil des Kohlenhydratstoffwechsels von Bedeutung ist. In der Umwelt und in natürlichen Gewässern kommt Chrom in drei- [Cr(III)] und sechswertiger [Cr(VI)] Form vor. Cr (III) hat eine relativ geringe toxische Wirkung, und im Trinkwasser ist es erst in eher hohen Konzentrationen besorgniserregend. Dies spiegelt sich in einem Grenzwert von 0,050 mg/l für Gesamt-Chrom wider. Cr (VI) ist deutlich toxischer. Unter Berücksichtigung der jüngeren Forschungsergebnisse wird in einem vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebenen Gutachten festgestellt, dass Cr (VI) ein gentoxischer krebserregender Stoff ist. Um die Konzentration von Cr (VI) auf ein gesundheitlich akzeptables Maß zu begrenzen, müsste ein Zielwert von 0,00030 mg/l im Trinkwasser eingehalten werden. Untersuchungen zu Cr (VI) im Spurenbereich lagen bisher im Land Brandenburg nicht vor, da unter der Maßgabe des oben genannten Grenzwertes weiterführende Untersuchungen in sehr geringen Konzentrationsbereichen nicht erforderlich waren. Im Dezember 2016 wurde daher ein Trinkwasser-Monitoring zur Einschätzung der Belastungssituation im Land Brandenburg durchgeführt. In 80 großen Wasserversorgungsgebieten verteilt auf das ganze Land wurden Trinkwasserproben in den jeweiligen Wasserwerken entnommen und im Landeslabor Berlin-Brandenburg am Standort in Frankfurt (Oder) auf Cr (VI) analysiert. Es wurde in allen Proben deutlich der oben genannte Zielwert für Cr (VI) unterschritten. Die Konzentrationen liegen bei Werten unterhalb von 0,00006 mg/l. Für die Aufbereitung von Trinkwasser wird im Land Brandenburg zum größten Teil die Ressource Grundwasser genutzt. Mit den gefundenen Werten sollte die geogene Hintergrundbelastung in diesen Wasserversorgungsgebieten genügend gut abgebildet sein. Dies ist auch wichtig im Zusammenhang mit eventuell punktuell auftretenden Belastungen durch Kontaminationen oder Altlasten, die sich dann von der geogenen Hintergrundbelastung deutlich abheben sollten. Eine besondere Belastungssituation von Trinkwasser mit natürlicherweise vorkommenden Cr (VI) im Land Brandenburg ist nicht gegeben.